Ärzte Zeitung, 11.11.2016
 

Schleswig-Holstein

"Büsumer Modell" findet Nachahmer

Im Norden tun sich Chancen für junge Ärzte auf. Die Gemeinde Lunden etabliert ein kommunales Ärztezentrum und sucht nach Nachwuchsmedizinern.

Von Dirk Schnack

LUNDEN. Das "Büsumer Modell" macht Schule: Auch die Gemeinde Lunden im nördlichen Dithmarschen sucht nun junge Ärzte zur Anstellung in einem gemeindeeigenen Ärztezentrum.

Die Gemeinde hat für das geplante Zentrum schon ein Grundstück im Ortskern reserviert. Die Gemeindevertretung hat den Grundsatzbeschluss gefasst, dort eine Eigeneinrichtung zu bauen. "Wir versprechen uns, dass wir mit diesem Modell attraktiver werden für junge Ärzte", sagte Lundens Bürgermeister Peter Ahrens der "Ärzte Zeitung".

Bislang praktizieren drei Hausärzte im Ort in Einzelpraxen. Sie versorgen zusammen ein Umland mit insgesamt rund 6000 Menschen. Versuche, die Praxisinhaber zu einer gemeinsamen Lösung zu bewegen, hatten keinen Erfolg.

Gemeinde macht Nägel mit Köpfen

Nachfolger für die bestehenden Praxen sind nach Auskunft des hausärztlichen Koordinators des Kreises Dithmarschen, Harald Stender, aber auch nicht in Sicht.

Deshalb macht die Gemeinde nun Nägel mit Köpfen und will mit zunächst einem der Ärzte starten und ihm für die Kooperation im Zentrum junge Ärzte an die Seite stellen. "Für die anderen bleibt die Tür offen", betont Stender. Spätestens nach dem Ausscheiden der anderen Ärzte könnte das Zentrum dann personell aufgestockt werden.

Ahrens will bei interessierten Ärzten mit der Nähe zur Nordsee – St. Peter Ording ist in einer halben Stunde erreichbar -, der Landschaft und der ruhigen Lage punkten. Sein Ort liegt an der Bahnstrecke Hamburg-Westerland und verfügt über einen Bahnhof. Neben den Ärzten gibt es auch einen Zahnarzt und eine Apotheke.

"Alles ist möglich in Lunden"

Die Infrastruktur des ländlichen Zentralortes befriedigt zwar längst nicht alle Wünsche – aber die Kreisstadt Heide ist auch nur 16 Kilometer entfernt. Ob sich junge Ärzte davon überzeugen lassen? Stender hält es zumindest für möglich. Denn Büsum hat gezeigt, dass viele junge Ärzte ohne wirtschaftliches Risiko, im Team und in Teilzeit arbeiten wollen."Alles ist möglich in Lunden", sagt Stender zu diesen Kombinationen.

Für das Management will sich die Gemeinde genauso wie Büsum und die Insel Pellworm, die wie berichtet ein gemeindeeigenes MVZ einrichtet, die Expertise der Ärztegenossenschaft Nord holen. Die angestellten Ärzte könnten sich dann auf die Sprechstunden konzentrieren.

Für den Bau des Zentrums will die Gemeinde Fördermittel im Wirtschaftsministerium beantragen. Sollte es Ärzte in Weiterbildung schon vorher nach Lunden ziehen, ist dies schon vorher in einer der Praxen möglich.

[11.11.2016, 11:34:11]
Henning Fischer 
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