Ärzte Zeitung, 24.11.2016
 

Masterplan 2020

Ärztinnenbund strikt gegen Landarztquote

BERLIN. Bei der Kommunikation über den Masterplan 2020 beklagt der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) mangelnde Transparenz.

Seit der Gesundheitsministerkonferenz Ende Juni dieses Jahres seien weder konkrete Inhalte noch ein Zeitplan zur geplanten Reform des Medizinstudiums kommuniziert worden, so der DÄB. Selbst das Bundesgesundheitsministerium habe sich nicht mehr zu dem Thema geäußert.

An einigen bisher bekannten Eckpunkten übt der DÄB massive Kritik. So entspreche eine Landarztquote nicht den Interessen der Studenten und der Patienten, denn sie orientiere sich hauptsächlich an regionalen und fachlichen Versorgungsproblemen, gefährde aber die Qualität der Ausbildung.

Wichtiger als eine Landarztquote sei zum Beispiel die Arbeit in der Allgemeinmedizin wieder attraktiv zu machen. Eine stärkere Förderung der Weiterbildung und der Niederlassung sowie Stipendienprogramme seien am besten geeignet, den Ärztemangel zu bekämpfen.

"Künftige Ärztinnen und Ärzte danach auszuwählen, ob sie sich bereits vor Studienbeginn auf einen Tätigkeitsbereich festlegen, berücksichtigt weder ihre fachliche noch ihre persönliche Entwicklung für den Arztberuf", sagt DÄB-Präsidentin Dr. Christiane Groß. (chb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »

Jamaika – Paritätische Finanzierung ist vom Tisch

Ein neues Sondierungspapier zeigt: Die potenziellen Jamaika-Partner suchen nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner in der Gesundheitspolitik. mehr »
Serie: Wegweiser Weiterbildung