Ärzte Zeitung, 08.02.2017
 

Studienplätze

MB-Vize hält Landarztquote für "weltfremd!"

BERLIN. Der Marburger Bund appelliert an Bund und Länder, ein Finanzkonzept zum Ausbau von Medizinstudienplätzen zu vereinbaren. "Der Masterplan zur Reform des Medizinstudiums bietet die große Chance, mehr geeignete Bewerber zum Studium zuzulassen, die derzeit noch in eine jahrelange Warteposition gezwungen werden", sagte Dr. Andreas Botzlar, zweiter MB-Vorsitzender.

In dieser Hinsicht sei die für 2019 geplante Errichtung einer Medizinischen Fakultät an der Universität Augsburg wegweisend, begrüßte Botzlar die Entscheidung des Freistaats Bayern, in Augsburg perspektivisch mehr als 200 neue Medizinstudienplätze pro Jahrgang zu schaffen.

Unverständlich sei deshalb, warum gerade Bayern einen Teil dieser Studienplätze nur unter Vorbehalt vergeben wolle und für eine Landarztquote bei der Studienzulassung eintrete. "Eine solche sanktionsbewehrte Verpflichtung ist nicht nur weltfremd – sie widerspricht auch dem Wesen der freien Studien- und Berufswahl", so Botzlars deutliche Kritik.

Die Politik sollte sich bei ihren Planungen endlich davon verabschieden, dass unbesetzte Medizinerstellen durch Mehrarbeit der vorhandenen Ärzte ausgeglichen werden könnten. (eb)

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