Ärzte Zeitung online, 23.02.2017
 

Brandenburg

Anzahl der Ärzte steigt, aber nicht in der Einzelpraxis

Der Aufwärtstrend ist stabil: In den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Ärzte in Brandenburg um über 19 Prozent gewachsen. Zuwächse gab es vor allem bei angestellten und bei ausländischen Ärzten.

POTSDAM. In Brandenburg gibt es immer mehr Ärzte. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der berufstätigen Ärzte in dem Flächenland nach Angaben der Ärztekammer Brandenburg um 19,2 Prozent gewachsen. Waren 2007 noch 8130 berufstätige Ärzte bei der märkischen Ärztekammer gemeldet, so waren es im vergangenen Jahr 9692. Verglichen mit 2015 waren es 2,2 Prozent mehr.

Über den Tätigkeitsumfang gibt die Ärztestatistik der märkischen Kammer jedoch keine Auskunft. Daher lässt sich auch nicht sagen, ob sich die positive Entwicklung der Kopfzahl auch positiv auf den Ärztemangel im Land auswirkt. Bei den unter 40-Jährigen sind fast doppelt so viele Frauen (1973) wie Männer (1146) im Beruf. 1275 berufstätige Ärzte und Ärztinnen sind derzeit über 60 Jahre alt.

Ambulant tätig waren Ende 2016 insgesamt 3838 Ärzte. Das waren 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutlich stärker gestiegen ist die Zahl der ambulant tätigen Ärzte in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und ehemaligen Polikliniken (nach Paragraf 311 SGB V). Die Einrichtungen, die vorwiegend mit angestellten Ärzten arbeiten, gewannen 9,4 Prozent mehr Mediziner.

Die Zahl der Praxisassistenten wuchs extrem stark um 13,5 Prozent auf 497. Zugenommen hat auch die Zahl der Privatärzte (+8,1 Prozent). Dagegen arbeiten weniger Ärzte in Praxisgemeinschaften (-7,7 Prozent) und in Einzelpraxen (-0,8 Prozent).

Auch der Öffentliche Gesundheitsdienst in Brandenburg verliert Ärzte. Die Zahl der Mediziner bei Behörden und Körperschaften sank um 1,2 Prozent auf 241.

In märkischen Krankenhäusern waren Ende 2016 insgesamt 5242 Ärzte beschäftigt. Das sind 2,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Anteil der ausländischen Ärzte ist ebenfalls weiter gewachsen. Er stieg um 10,8 Prozent auf 1212 Köpfe. Die meisten von ihnen arbeiten in Krankenhäusern (1017) und kommen aus Polen, Rumänien, Bulgarien und Russland. (ami)

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