Ärzte Zeitung online, 16.02.2018

Baden-Württemberg

Mobile PJ'ler fahren per Auto in die Lehrpraxis

Für angehende Allgemeinärzte ist die Lehrpraxis auf dem Land oft ein Logistikproblem. Jetzt starten im Südwesten die ersten gesponserten Kleinautos..

STUTTGART. Die Stiftung Perspektive Hausarzt hat am Mittwoch das erste "PJmobil" in Freiburg in Betrieb genommen. Der Medizinstudent Richard Koch (27) kann das Auto von nun an vier Monate nutzen, um von Freiburg in seine hausärztliche Lehrpraxis nach Titisee-Neustadt zu fahren. Weitere acht Autos sollen schon bald an den Lehrstühlen für Allgemeinmedizin der Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen zur Verfügung stehen.

Der Kleinwagen werde dem Studierenden im PJ vier Monate für den freiwilligen Abschnitt im Bereich Allgemeinmedizin zur Verfügung gestellt. Bedingung ist, dass die Lehrpraxis in einer Region mit weniger als 10.000 Einwohnern angesiedelt ist. Finanziell unterstützt wird die Initiative von der AOK Baden-Württemberg, dem Hausärzteverband, Medi Baden-Württemberg sowie einem Freiburger Autohaus.

Die Vertragspartner der Hausarztverträge erinnern daran, dass 35 Prozent der Hausärzte älter als 60 Jahre sind. Rund 1600 von ihnen scheiden in den kommenden fünf Jahren aus der Versorgung aus. Da hilft es auch wenig, dass der Anteil der Facharztprüfungen in der Allgemeinmedizin im Südwesten mit jährlich rund 190 über dem Bundesschnitt liegt.

Man wisse aus Umfragen unter Studierenden, dass eine Weichenstellung für die Facharztausbildung Allgemeinmedizin im PJ stattfinde, sagt Professor Wilhelm Niebling, Leiter des Lehrbereichs Allgemeinmedizin an der Universität Freiburg. In dieser Phase könne sich ein Drittel der Befragten eine Niederlassung in einer Kleinstadt und ein Viertel das Arbeiten auf dem Land vorstellen. (eb)

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