Ärzte Zeitung online, 07.03.2018

Erfolgreiche Bloggerin

Ärztin und Influencerin - gut vereinbar!

Marie-Luise Klietz aus München ist Ärztin und Fitness-Bloggerin, auf Instagram werden ihre Bilder millionenfach geklickt. Außerdem zeigt sie Kollegen, wie sie die sozialen Netzwerke für sich nutzen können.

Von Pete Smith

Ärztin und Influencerin - gut vereinbar!

Marie-Luise Klietz ist Ärztin, Bloggerin, Fitness-Athletin und Zeitmanagement-Coach. Quasi nebenbei promoviert sie auch noch.

© Privat

MÜNCHEN. Marie-Luise Klietz ist eine der bekanntesten Ärztinnen Deutschlands. Auf Instagram hat sie 94.000 Abonnenten, ihre Bilder dort werden monatlich bis zu 20 Millionen Mal geklickt.

Darüber hinaus betreibt sie einen eigenen Blog mit Berichten über Sport, Lifestyle und Ernährung, dem jeden Monat 40.000 Leser folgen.

Die Webadresse ihres Blogs www.fitmedmary.de hat die junge Medizinerin aus ihren beiden größten Leidenschaften zusammengesetzt. Nach ihrem zweiten Staatsexamen im November 2016 sowie einem Praktischen Jahr in Sankt Moritz und München hat Marie-Luise Klietz nun auch ihr letztes Examen bestanden und ihre Approbationsurkunde erhalten.

Marie-Luise Klietz

Jahrgang 1991, aufgewachsen in einer sportgeprägten Familie

Ihre sportliche Karriere begann mit Rücken- und Freistilschwimmen, mit 15 Jahren Wechsel zum Triathlon, 2008 Berufung in die deutsche Nationalmannschaft. Weitere Sportarten: Klettern, Bergsteigen, Surfen, Krafttraining u.v.m.

Weiterbildung zur Dermatologin seit Januar 2018, will sich anschließend mit eigener Praxis niederlassen

Ihr Blog ist zu finden unter www.fitmedmary.de

Obwohl sie ihren Blog erst im fünften Jahr ihres Studiums begonnen habe, sei sie an der Uni schon immer als "die Instagramerin" bekannt gewesen, erzählt die 26-jährige Ärztin. Das habe sich auch in den Kliniken sehr schnell herumgesprochen.

Nicht selten hätten sie Kollegen, darunter auch Oberärzte und Chefärzte, gefragt, ob sie ihnen mit ihrer Online-Präsenz helfen könne, um sich im Netz besser zu positionieren.

"Ich denke, dass die digitalen Medien immer wichtiger werden, auch für uns Ärzte", sagt Marie-Luise Klietz. "Sich hier etwas aufzubauen, streben immer mehr Mediziner an."

Was am häufigsten geklickt wird

Thematisch orientierten sich ihre Blogbeiträge am eigenen Leben. "Ich berichte über meine Trainings, mein Studium, meine Reisen und meine Gedanken."

Häufig erweitere der Input ihrer Leser ihren Horizont und rege sie zu Beiträgen an, an die sie von sich aus nicht gedacht hätte. "Gerade Themen, die für uns Mediziner selbstverständlich sind, sind für die Leser hochinteressant und werden am häufigsten geklickt."

Beispielsweise wie man erkältungsfrei durch den Winter kommt. "Ab und an bitten Leser auch um eine Diagnose", erzählt die Münchenerin. "Hier sage ich immer wieder, dass ich online keine Diagnosen stellen werde, und verweise auf einen Arztbesuch."

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Marie-Luise Klietz wurde 1991 im bayrischen Gunzenhausen geboren. Geprägt von ihren sportbegeisterten Eltern, nahm sie schon als Kind an Wettkämpfen im Rücken- und Freistilschwimmen teil, bevor sie mit 15 Jahren zum Triathlon wechselte und 2008 in die deutsche Nationalmannschaft berufen wurde.

Nach Erfolgen auf nationaler und internationaler Ebene schien ihre Karriere als Profitriathletin vorgezeichnet zu sein – doch 2011, im selben Jahr, da sie mit Bestnoten ihr Abitur erwarb, erkrankte sie am Pfeifferschen Drüsenfieber.

"Da habe ich gesehen, wie schnell die eigene Leistungsfähigkeit von 150 Prozent auf nahezu null Prozent sinken kann", erinnert sich die Ärztin.

 Letztlich habe die Krankheit den Ausschlag dafür gegeben, dass sie sich gegen den Profisport und für ein Medizinstudium entschied. Das Fach habe sie deshalb gewählt, weil sie "die Vorgänge und Prozesse in meinem Körper tiefgründiger verstehen" wollte.

Eine gute Entscheidung, wie sie auch sechs Jahre später bekennt. Zumal sie während ihres Studiums auch dem Sport treu bleiben und ihren Horizont sogar noch erweitern konnte: beim Klettern, Bergsteigen, Surfen, Krafttraining und Marathonlaufen, als Bikini-Fitness-Athletin und Personal Trainerin.

Profi auch im Zeitmanagement

Wie sie all ihre Aktivitäten neben dem Studium unter einen Hut bekommen hat? "Ich habe gelernt, mich gut zu organisieren, Prioritäten zu setzen und effektiv zu arbeiten", sagt Marie-Luise Klietz. "Mittlerweile halte ich auch Vorträge über effektives Zeitmanagement, zum Beispiel für Mitarbeiter von großen Firmen, und gebe Tipps, wie sie trotz ihres stressigen Berufsalltags fit bleiben können."

Sie selbst steckt sich immer neue Ziele. Nachdem sie ihr Medizinstudium beendet und ihren ersten Marathon nach 3:13:01 Stunden beendet hat, will sie in den nächsten Monaten zunächst ihre Promotion abschließen.

Dafür forscht sie im Rahmen einer tribologisch experimentell-orthopädischen Studie am Partikelabrieb von Endoprothesen. Langfristig strebe sie ihren Facharzt für Dermatologie an und werde wohl irgendwann eine eigene Praxis eröffnen.

"Ärztin zu sein, war immer mein Ziel Nummer eins, und ich freue mich sehr, dieses Ziel nun erreicht zu haben", sagt Marie-Luise Klietz. Mit ihrem Freund, ebenfalls Arzt und Sportler, könne sie ihre größten Leidenschaften teilen, und bei ihren Social-Media-Aktivitäten werde sie inzwischen von einem kleinen Team unterstützt.

Derzeit arbeite sie an einem Konzept, wie sich ihr medizinisches Know-how, verständlich aufbereitet, im Internet zu Präventionszwecken einsetzen lasse.

"Ich möchte meine Online-Reichweite nicht nur als Zahl über meinem Instagram-Account stehen haben, sondern damit früher oder später auch wirklich Gutes tun."

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[10.03.2018, 21:47:06]
Achim Rößler 
Werbung - Werbung - nichts (nicht viel) anderes als Werbung...
Ob für das völlig überteuerte (und für fast alle Menschen verzichtbare) Orthomol-Zeugs, für ein Milchprodukt oder irgendwelches "Darmreinigungs"-Pülverchen...

Nee, dafür ist mir meine Zeit echt zu schade...

Und schade auch, daß man (frau) sich explizit als Ärztin für sowas hinstellt! zum Beitrag »
[07.03.2018, 19:30:25]
Dr. Karin Becker 
...kein Kommentar:
...u.a. dazu, zu finden unter dem Artikel im o.g Blog:


Quark als gute Proteinquelle – oder sind Milchprodukte etwa schlecht für mich?
...

*Dieser Artikel entstande in freundlicher Zusammenarbeit im Rahmen der Verbraucherkampagne „Milchtrinker“ als vergüteter Beitrag durch die Landesvereinigung Milchwirtschaft in NRW zum Beitrag »
[07.03.2018, 07:59:48]
Dr. Angelika Marquardt 
Med.bloggerin
Klingt einfach nur fürchterlich. zum Beitrag »
[07.03.2018, 07:59:13]
Dr. Silva Keberle 
Plumpe Werbung!
Das Konzept mag für die Kollegin stimmen, aber wenn ich auf Ihre Website gehe und dann mit Werbung für REWE to go zugeschüttet werde, und das sind die guten Tips, die mir die Autorin gibt – das ist definitiv nicht mein Ding und aus meiner Sicht eine falsche Vermarktung der Mitteilung "ich bin Ärztin, folgt mir"...  zum Beitrag »

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