Ärzte Zeitung online, 08.05.2009

Gütesiegel für Kinderkliniken soll Eltern Orientierung geben

DARMSTADT (dpa). Kinderkliniken in Deutschland können demnächst eine Art Gütesiegel bekommen. Es soll zwei Jahre gelten, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen, Jochen Scheel, am Donnerstag zum Abschluss eines zweitägigen Treffens in Darmstadt.

Ein Gütesiegel erleichtere Eltern und Patienten die Auswahl. "Wo Kinderklinik dran steht, muss auch Kinderklinik drin sein", begründete Scheel. Für die Bescheinigung hat die Gesellschaft eine Umfrage gestartet, an der bisher rund 200 der insgesamt knapp 380 Kinderkliniken in Deutschland teilgenommen haben. Mit Ergebnissen wird im Herbst gerechnet. Die Einrichtungen mit Zertifikat will die Organisation auch auf ihrer Internetseite veröffentlichen.

Ziel des Zertifikats sei, auch in Zeiten von Sparmaßnahmen einheitliche Standards für Kinderkliniken zu erreichen. "Wirtschaftlicher Druck in den Häusern bedeutet auch Druck auf die Qualität", sagte Scheel. Nicht alle Kliniken hätten ausreichend Fachärzte. "Eltern, deren Kind in ein Kinderkrankenhaus kommt, müssen sich aber darauf verlassen können, dass es eine ordentliche Versorgung gibt."

Ein krankes Kind brauche meist mehr Zuwendung und Unterstützung als ein kranker Erwachsener, sagte der Chefarzt der Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret, Bernhard Lettgen. "Bei einer Lungenentzündung etwa muss jemand beim Inhalieren helfen, und auch beim Röntgen muss jemand das Kind begleiten." Allerdings würden kleine Patienten in speziell für sie geschaffenen Einrichtung auch wieder schneller gesund als in Abteilungen für Erwachsene.

www.gkind.de

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