Ärzte Zeitung, 11.06.2009

Patientenversorgung per Videokonferenz

Videokonferenz statt Besuch in Klinik oder Praxis? Das könnte für chronisch Kranke in Zukunft eine Option sein und helfen, die Zahl der Arztbesuche zu reduzieren.

Von Hauke Gerlof

Patientenversorgung per Videokonferenz

In einer Videokonferenz wurde das neue Projekt namens Alster vorgestellt.

Foto: ger

Sprechstunden online abhalten - dazu starten jetzt der Klinikkonzern Asklepios und T-Systems gemeinsam mit der Deutschen Angestellten Krankenkasse ein Projekt. Eine Kommunikation ohne Medienbrüche über eine Plattform mit dem Namen UCC (Unified Communication and Collaboration) bietet T-Systems Akteuren im Gesundheitswesen an. Dabei können zum Beispiel Ärzte mit ihren Patienten Befunde per Videokonferenz besprechen und dabei die Patientendaten gemeinsam am PC anschauen. Die Absicherung der Verbindung erfolgt über Chipkarten, analog zum Heilberufeausweis und zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK).

Bei einer Presseveranstaltung von T-Systems, die per Videokonferenz über die gerade von T-Systems angeschaffte High-Tech-Lösung von Cisco an mehrere Standorte übertragen wurde, beschrieb Jörg Focke von Asklepios die Vorgehensweise. "Man schaut sich die Daten gemeinsam an. Dabei bleiben die aber dort, wo sie sind, angeschaut werden nur Abbilder. Nach Ende der Konsultation verschwinden die Daten rückstandsfrei", so der Sprecher der Innovationsinitiative Asklepios Future Hospital zum Datenschutz. Patienten hätten so die Möglichkeit, leichter eine Zweitmeinung einzuholen und gleichzeitig Wegezeiten und -kosten zu reduzieren.

Jetzt startet ein Projekt, das keine Konkurrenz zu Arztbesuchen sein soll.

Und auch für Krankenhäuser rechne sich eine bessere Zusammenarbeit aller Beteiligten. "Wir gehen davon aus, dass sich das auch betriebswirtschaftlich rechnet", sagte Jörg Focke. Das "Alster" genannte Projekt, das als Pilot im dritten Quartal starten wird, soll die ganze Kette von der Vorsorge über die Behandlung bis zur Nachsorge abbilden. Asklepios gehe es letztlich darum, "medizinische Kompetenz dorthin zu bringen, wo der Patient ist und nicht umgekehrt", so Focke.

Die Plattform werde daher auch für eine "konzernweite Zweitmeinungs-Funktion" genutzt. Eine Konkurrenz zu Arztbesuchen sei die Plattform aber nicht, nur eine Ergänzung. Auch Ärztenetze sollten einbezogen werden, sagte Focke. Hohe Investitionen in Hardware oder Software seien nicht nötig.

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