Ärzte Zeitung online, 26.08.2009

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Charité-Professor

BERLIN (eb). Eine Studie um ein angeblich rein pflanzliches Potenzmittel beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft in Berlin. Der Vorstand der Universitätsklinik Charité hat Anzeige gegen Professor Holger Kiesewetter, den Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin, erstattet.

Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt nun, ob Kiesewetter gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen hat. Das meldet der "Tagesspiegel" in seiner Dienstagsausgabe. Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft teilte der Zeitung mit, dass der Verdacht bestehe, dass die Studie nicht genehmigt wurde. "Wir ermitteln auch wegen Bestechung, Bestechlichkeit und Untreue," zitiert die Zeitung den Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft habe bestätigt, dass vor kurzem Büros und Wohnräume von Kiesewetter durchsucht worden seien. Insgesamt seien an acht Orten in Berlin und an fünf weiteren Orten im Bundesgebiet Räume durchsucht worden. Neben Kiesewetter werde auch gegen einen seiner Mitarbeiter und den Leiter einer Firma ermittelt.

Karl-Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, sagte dem "Tagesspiegel": "Die Charité duldet weder wissenschaftliches Fehlverhalten noch den Missbrauch ihres Namens. Da hier ein dringender Verdacht besteht, dass ein solches Ereignis vorliegt, wird die Charité alle ihr rechtlich möglichen Maßnahmen ergreifen, um den Sachverhalt aufzuklären und daraus die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen." Prinzipiell gelte aber die Unschuldsvermutung, so Einhäupl.

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