Medica Aktuell, 18.11.2009

zur Großdarstellung klicken

Ganzkörper-CT verbessert Prognose bei Schwerverletzten

Die Überlebenschancen schwerverletzter Unfallopfer steigen deutlich, wenn in der initialen Schockraum- versorgung die Ganzkörper-Computertomografie zur Diagnostik eingesetzt wird.

Dafür sprechen Ergebnisse einer Studie der Forschungsgruppe "Polytrauma" der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Für die Studie wurden im Traumaregister der DGU gespeicherte Daten von 4621 schwer verletzten Patienten mit stumpfem Trauma retrospektiv ausgewertet (The Lancet, online). Von diesen Patienten wurden 1494 (32 Prozent) nach Klinikeinlieferung frühzeitig mittels Ganzkörper-CT untersucht.

zur Großdarstellung klicken

Ein Patient wird für eine Computertomografie-Untersuchung vorbereitet.

Foto: di

Auf Basis validierter Risikoscores (TRISS, RISC) zur Graduierung der Verletzungsschwere berechneten die Autoren die erwartete Mortalität und verglichen sie mit der tatsächlich beobachteten Mortalität. Bei Patienten ohne Ganzkörper-CT stimmten prognostizierte und beobachtete Mortalität weitgehend überein. In der Gruppe der Schwerverletzten mit Ganzkörper-CT waren die Sterberaten dagegen je nach verwendetem Risikoscore um 13 Prozent respektive 25 Prozent niedriger, als prognostiziert worden war. Die Erklärung dafür könnten der erhebliche Zeitgewinn und die frühe und zielgerichtete Behandlung in Kenntnis des kompletten Verletzungsmusters sein.

"Bereits heute", so Dr. Stefan Huber-Wagner von der Chirurgischen Klinik der Uni München, "wird im Rahmen der durch die DGU initiierten Traumanetzwerkbildung für die Zertifizierung einer Klinik als überregionales oder regionales Traumazentrum die 24-Stunden-Verfügbarkeit einer Ganzkörper-CT in Schockraumnähe gefordert. Der Trend wird sicherlich dahin gehen, leistungsstarke Computertomografen baulich in den Schockraum zu integrieren. Somit können Verzögerungen durch lange innerklinische Transportwege reduziert werden." (ob)

» Zur Sonderseite "Medica 2009"
» Zum E-Paper "Medica aktuell"

Topics
Schlagworte
Klinik-Management (12868)
medica (637)
Organisationen
Lancet (1545)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder Zweite wartet bis zu drei Wochen auf den Facharzt

Die Ressource Arzt wird knapper – das spiegelt sich in den Wartezeiten wider. Und: Jungen wird die Work-Life-Balance wichtiger. Die Patienten haben dafür oft wenig Verständnis. mehr »

Welche Blutdruckmessung liefert die genaueste Risikovorhersage?

Was ist die zuverlässigste Methode der Blutdruckmessung, um das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Tod eines Patienten vorherzusagen? Zwei Messungen schnitten in einer aktuellen Studie am besten ab. mehr »

Mammografie-Screening kann sich auch bei Männern lohnen

Männer mit erhöhtem Brustkrebsrisiko profitieren ebenfalls von einer Mammografie-Reihenuntersuchung, wie eine Studie bestätigt. mehr »