Ärzte Zeitung online, 04.01.2010

Kieler Lubinus Clinicum fungiert künftig als gemeinnützige Stiftung

KIEL (di). Das Kieler Lubinus Clinicum ist in eine gemeinnützige Stiftung, die Lubinus-Stiftung, überführt worden. Ziel ist die dauerhafte Existenzsicherung der Privatklinik.

"Für die Mitarbeiter wird sich der Arbeitgeber ändern, denn die Stiftung wird nun Träger und Betreiber der Klinik, sie werden aber zu den bisherigen Konditionen in der Stiftung weiterbeschäftigt", teilte das Haus mit. Vorteil der Stiftung ist, dass sie erwirtschaftete Erträge vollständig in das Haus reinvestieren kann. Sie ist von Ertragssteuern, aber auch von Schenkungs- und Erbschaftssteuern befreit. "Im Gegensatz zur derzeitigen Situation werden die erwirtschafteten Ergebnisse weder durch Steuerabflüsse noch durch mögliche Entnahmen der Gesellschaft gemindert", teilte das Haus mit.

Das Lubinus Clinicum wurde vor 115 Jahren in Kiel gegründet und befindet sich in vierter Generation in Familienbesitz. Nach eigenen Angaben ist das Haus wirtschaftlich gesund und operiert in schwarzen Zahlen. "Allerdings verengen die Kostensteigerungen der letzten Jahre den Investitionsspielraum für notwendige Modernisierungen", teilte das Haus mit.

Die bisherigen Geschäftsführer der Klinik werden das Haus auch künftig leiten. Dies ist neben Dr. Philipp Lubinus, einem Urenkel des Gründers, Dr. Moritz Thiede. Die Stiftung umfasst die Organisation des Krankenhauses und aller betriebsnotwendigen Gebäude. Der Stiftungsvorstand wird beraten und kontrolliert durch ein Kuratorium. Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie bescheinigte den Mitgliedern der Stifterfamilie ein "hohes Maß an gemeinwohlorientierter gesellschaftlicher Verantwortung", da dieser Schritt die medizinische Versorgung der Allgemeinheit gewährleiste und die Familie auf erhebliches privates Vermögen und Einkommen verzichte.

Das 1895 gegründete Lubinus Clinicum ist spezialisiert auf orthopädisch-chirurgische Maßnahmen, verfügt über 212 Betten und beschäftigt 500 Mitarbeiter. Es behandelt jährlich 7000 Patienten stationär und operiert 2000 Patienten ambulant.

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