Ärzte Zeitung online, 15.01.2010

Neues Rezept gegen Ärztemangel: Klinik nutzt Förderprogramm für Studenten

WEIDEN (reh). Weil die Kliniken Nordoberpfalz AG über Stellenausschreibungen und Personalvermittler freie Assistenarztstellen nicht besetzt bekommen, versuchen sie Medizinstudenten an sich zu binden. Dazu haben sie das Projekt "Klinikstudent" ins Leben gerufen.

Stellenanzeigen im Deutschen Ärzteblatt und der Einsatz von Personalvermittlungsfirmen zeigen nicht den erhofften Erfolg, so die Erfahrung der Kliniken Nordoberpfalz AG. Die Personalbeschaffungskosten im Ärztlichen Dienst hätten sich seit dem Jahr 2006 verdreifacht, melden die Kliniken. Deshalb habe der Klinik-Zusammenschluss das Förderprogramm "Klinikstudent" ins Leben gerufen.

Seit Oktober 2009 bindet der kommunale Klinikverbund in grenznaher Lage zu Tschechien so Medizinstudenten an seine acht Häuser. Kernstück des Programms ist eine praxisorientierte Begleitung des Studiums. Jedem Studenten wird ein erfahrener Arzt als Mentor zur Seite gestellt. Zusätzlich soll eine monatliche finanzielle Förderung, gestaffelt nach Studiensemestern, den Berufseinsteigern einen weiteren Anreiz bieten. In den Semesterferien besteht dann die Möglichkeit, im Klinikverbund zu arbeiten und praktische Erfahrungen zu sammeln, die über das ärztliche Tätigkeitsfeld hinausgehen, wie Arbeiten in medizinischen Fachabteilungen oder auch Medizincontrolling und Personalwesen.

Im Gegenzug verpflichten sich die Klinikstudenten zu Beginn des Förderprogramms, für mindestens drei Jahre im Klinikverbund als Arzt oder Ärztin tätig zu sein. In das Förderprogramm wurden nach Angaben der Kliniken bislang zwölf Studenten und Studentinnen aufgenommen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »