Ärzte Zeitung online, 14.06.2010

Ausländische Patienten steigern Umsatz des Uniklinikums Schleswig-Holstein

KIEL (di). Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H) verzeichnet steigende Umsatz- und Fallzahlen mit ausländischen Patienten. Der Bereich soll weiter ausgebaut werden.

Von einem "ökonomischen Glanzlicht" sprach UK S-H-Chef Professor Jens Scholz angesichts der für 2009 präsentierten Zahlen. Danach hat das Klinikum mit den Standorten in Kiel und Lübeck im vergangenen Jahr rund 3,5 Millionen Euro Umsatz (2008: 1,5 Millionen Euro) durch die Behandlung von 245 (Vorjahr: 149) ausländischen Patienten gemacht.

Für das laufende Jahr erwartet das UK S-H eine weitere "erhebliche" Steigerung. Zugleich kündigte Scholz an, das Geschäftsfeld auszuweiten: "Wir befinden uns bereits mit zahlreichen Ländern in sensiblen Gesprächen über die dauerhafte Einrichtung von Patienten-, Technologie- und Wissenstransfer."

Verantwortlich für die Betreuung ausländischer Patienten vor Ort und für das Bekanntmachen des Leistungsspektrums im Ausland ist das International Department am UK S-H, das aus drei Mitarbeitern besteht.

Von den Erlösen aus der Versorgung ausländischer Patienten profitieren nach Darstellung des Klinikums auch die deutschen Patienten, da die Gewinne als Investition der Diagnostik, Therapie und Pflege am UK S-H zugeführt werden.

Ein Grund für den Erfolg liegt im vergleichsweise günstigen Angebot im Norden: Die Mitarbeiter des UK S-H müssen wegen eines Sanierungstarifvertrag schlechtere Konditionen als Kollegen an anderen Kliniken hinnehmen, was sich für die ausländischen Patienten in einem günstigeren Preis niederschlägt. Hinzu kommt ein Gemeinkostenzuschlag von 20 Prozent, der in anderen deutschen Kliniken bis zu 60 Prozent beträgt. Der Aufschlag rechtfertigt sich durch den logistischen Aufwand, etwa durch die Kommunikation mit Behörden im Ausland, Unterstützung bei Visumfragen und Hilfen bei der Einreise oder Erfüllung besonderer Speisen aus religiösen Gründen, Vermittlung von Übergangswohnraum für Angehörige, Shuttle-Service etc.

Neben dem Klinikum profitiert auch die regionale Wirtschaft. Die ausländischen Patienten des UK S-H haben in 2009 rund 10 000 Hotelübernachtungen für Angehörige gebucht. Einige haben sogar Wohnraum erworben.

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