Ärzte Zeitung, 18.06.2010
 

Rückfallquote von Alkoholikern soll halbiert werden

LIPPSTADT (akr). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will mit einem neuen ambulanten Therapieangebot in den Kliniken Lippstadt und Warstein die Rückfallquote von alkoholabhängigen Patienten halbieren. Die Patienten können an therapeutischen Maßnahmen teilnehmen und gleichzeitig in ihrem gewohnten Umfeld bleiben.

"Lediglich 2,5 Prozent der Alkoholabhängigen nutzen die Möglichkeit eines stationären Entzugs in einer psychiatrischen Klinik", sagt Dr. Rüdiger Holzbach, Chefarzt der Abteilung Suchtmedizin der Kliniken des LWL. In Nordrhein-Westfalen sind die Kommunalverbände LWL und Landschaftsverband Rheinland unter anderem Träger psychiatrischer Krankenhäuser. Nach Holzbachs Angaben liegt die Rückfallquote von Alkoholabhängigen nach einem stationären Entzug bei 80 Prozent. Schließe sich an den Entzug eine therapeutische Behandlung an, könne die Quote auf 40 Prozent reduziert werden.

Der ambulante Alkoholentzug in den LWL-Kliniken dauert ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit wird die Verfassung der Patienten an jedem Vormittag in der Klinik überwacht. Bei Bedarf bekommen die Patienten Medikamente. Sie können darüber hinaus Angebote wahrnehmen wie Gespräche mit Psychologen, Gruppensitzungen und Akupunktur.

Im Anschluss an den Entzug können die Patienten an einer ambulanten Therapie teilnehmen oder sich in eine Selbsthilfegruppe vermitteln lassen.Nach Angaben des LWL ist der ambulante Entzug geeignet für Personen in guter körperlicher Verfassung, die täglich nicht mehr als 0,5 Liter Spirituosen, 1,4 Liter Wein oder vier Liter Bier zu sich nehmen.

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