Ärzte Zeitung online, 04.02.2011

Verunreinigtes OP-Besteck: Experte fordert mehr Sorgfalt

FRANKFURT/MAIN (dpa). Strengere Vorschriften helfen nach Ansicht eines Fachmanns für Krankenhaushygiene nicht, Pannen bei der Sterilisierung von Operationsgeräten zu verhindern. Doch bei der Umsetzung brauche es mehr Sorgfalt.

"Wir haben eher ein Umsetzungsproblem als zu wenig Vorschriften", findet Dr. Christian Brandt, Leiter der Abteilung Krankenhaushygiene am Institut für Medizinische Mikrobiologie an der Frankfurter Goethe-Universität.

Die Verfahren und Prozesse seien genau vorgeschrieben, erklärte Brandt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Aber das Personal muss sich auch an diese Vorschriften halten - 24 Stunden am Tag".

Nach dem Klinikum Fulda hatte auch das Klinikum Kassel Probleme mit der Zentralsterilisation. In beiden Häusern waren Ablagerungen an Operationsinstrumenten festgestellt worden - in Fulda Blutreste und Flugrost, in Kassel ist die Art der Ablagerungen noch nicht näher bekannt.

"Wo sich Rost festsetzen kann, kann man auch nicht anständig reinigen", erklärte Brandt. Solche Ablagerungen seien "kein rein ästhetisches Problem", aber auch nicht extrem gefährlich, so Brandt.

"Es ist nicht so, dass damit zwingend eine Infektion übertragen wird, aber man kann dann auch nicht mehr sicher sein, dass keine Infektion übertragen wird."

Die Ursachen für Fehler bei der Sterilisation könnten technischer und menschlicher Natur sein. Zum Beispiel könnten Temperatur oder Wasserdruck in der Maschine falsch sein oder die Maschine könnte falsch beladen worden sein.

Das Personal müsse in diesem Prozess mehrmals "jedes einzelne Instrument in die Hand nehmen und prüfen: ist das wirklich sauber".

Wer dabei zu streng vorgehe, mache sich jedoch in manchen Häusern nicht gerade beliebt, müsse sich vielleicht sogar den Vorwurf anhören, den Betrieb aufzuhalten, monierte Brandt. Wegen des Kostendrucks an den Kliniken gebe es nur wenig Ersatzinstrumente.

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