Ärzte Zeitung online, 18.02.2011

Helios darf in Privatklinik höhere Honorare verlangen

ERFURT (dpa). Privatpatient ist nicht gleich Privatpatient: Der Krankenhauskonzern Helios darf für Behandlungen in seiner Erfurter Privatklinik höhere Honorare verlangen als für Privatpatienten auf einer normalen Station.

Helios darf in Privatklinik höhere Honorare verlangen

Helios-Klinik in Erfurt: In der Privatklinik dürfen höhere Honorare abgerechnet werden, als in der öffentlichen Klinik.

© fotokombinat / imago

Das Landgericht Erfurt wies am Freitag eine Klage gegen das Geschäftsmodell einer formal eigenständigen Privatklinik innerhalb des von Helios betriebenen öffentlichen Erfurter Klinikums ab.

Die abgerechneten Honorare seien zwar höher, aber die Grenze zur Sittenwidrigkeit sei noch nicht überschritten, sagte ein Gerichtssprecher. Geklagt hatte der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Der Verband hält die Behandlungshonorare in der Privatklinik für unangemessen hoch. Nach PKV-Darstellung fallen die Preise für identische medizinische Behandlungen teils bis zu 50 Prozent höher aus.

Für die 8. Zivilkammer des Erfurter Landgerichts hat der Konzern damit die Grenzen des Zulässigen aber nicht überschritten.

Der Privatklinik könne das Interesse an einer Gewinnerwirtschaftung nicht abgesprochen werden. "Davon lebt ein Unternehmen ja", sagte Gerichtssprecher Burkhard Keske. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Gegen das umstrittene Geschäftsmodell hat der Verband bereits in anderen Bundesländern erfolglos prozessiert. Zwei Fälle lägen beim Bundesgerichtshof zur grundsätzlichen Klärung, sagte ein PKV-Sprecher am Freitag.

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