Ärzte Zeitung online, 21.04.2011

Bremer Krankenhaus-Holding zahlt 1000 Euro Kopfprämie für neue Mitarbeiter

BREMEN (cben). Die Bremer Krankenhaus-Holding "Gesundheit-Nord" (GeNo) zahlt ihren Stamm-Mitarbeitern 1000 Euro Vermittlungsprämie, wenn sie der GeNo Ärzte, Pflegende oder Verwaltungsangestellte vermitteln. Andere Bremer Kliniken sprachen daraufhin von "Kampfansage".

Das GeNo-Modell ist seit vier Wochen in Kraft. "Bisher haben wir noch keine neuen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter über das neue Modell rekrutiert", sagte GeNo-Chef Diethelm Hansen zur "Ärzte Zeitung". Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels müsse die GeNo jedoch vorsorgen. "Für die Prämienzahlung kommen ausschließlich Stellen aus Bereichen in Betracht, in denen wenigstens eine halbe Vollzeitstelle fehlt und die zuvor erfolglos konzernintern ausgeschrieben waren", so die GeNo. "Außerdem müssen die Stellen entweder unbefristet sein oder eine Befristungsdauer von wenigstens drei Monaten aufweisen." Mit der Aktion wolle man den Teamgedanken der Mitarbeiterschaft stärken, so Hansen.

Die Prämienaktion fällt in die Schlussphase eines deutlichen Personalabbaus bei der GeNo. Seit Januar 2008 habe die GeNo nach Angaben Hansens rund 550 Stellen im Konzern gestrichen, rund 200 in der Verwaltung, rund 300 in der Pflege und rund 50 ärztliche Stellen. Der Prozess sei weitgehend abgeschlossen. Die Fluktuation liege bei rund 100 Ärztinnen und Ärzten im Jahr, so Hansen: "Eine ganz normale Menge." Unterdessen sind viele ehemalige GeNo-Ärzte in die umliegenden Kliniken ausgewichen.

Der GeNo-Taktik hat die Kritik andere Kliniken in Bremen hervorgerufen. "Im "Weser-Kurier" sprach der Pflegedienstleiter des St. Joseph-Stiftes von einer "Kampfansage", betonte aber, dass jedes Haus Konzepte entwickeln müsse, um an qualifiziertes Personal zu kommen. Uwe Zimmer, Chef der Bremer Krankenhausgesellschaft findet die Prämie "volkswirtschaftlich logisch". Er sagte zur "Ärzte Zeitung": "Personalsuche ist ein teures Geschäft. Wer eine Reihe von Anzeigen schaltet oder gar einen Headhunter beauftragt, gibt weit mehr als 1000 Euro aus." Problematisch würde die GeNo-Methode erst dann werden, "wenn in Stellenanzeigen quasi 1000 Euro Begrüßungsgeld angeboten würden und ein Überbietungswettbewerb ausgelöst würde."

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