Ärzte Zeitung online, 26.05.2011

Ärztehaus am neuen Großflughafen in Berlin

Klinikkonzerne planen am Flughafen Berlin Brandenburg ein ambulantes Gesundheitszentrum. 2012 soll es eröffnet werden.

Ärztehaus am neuen Großflughafen in Berlin

Das zukünftige sechsgeschossige Büro- und Dienstleistungszentrum am Flughafen Berlin Schönefeld.

© Fay Projects GmbH / Berliner Flughäfen

BERLIN (ava). In Zeiten des Gesundheitstourismus erhoffen sich Ärzte und Kliniken gute Umsätze in der Nähe von Flughäfen: Wohlhabende Selbstzahler aus dem Ausland oder auch EU-Bürger, die in ihren Heimatländern lange auf einen Arzttermin warten müssen, werden als Patienten umworben. Dazu kommen Flughafenmitarbeiter und Anwohner als potenzielle Patienten.

Zwischen 80.000 und 100.000 Patienten pro Jahr erwarten die beiden Klinikkonzerne Vivantes und Sana, die künftigen Betreiber des jüngsten Projekts, dem Gesundheitszentrum am Flughafen Berlin-Brandenburg International. Fachärzte aus den wichtigsten medizinischen Fachrichtungen - von der Allgemeinmedizin bis zur Urologie - sollen dort praktizieren.

Die Eröffnung ist zur Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens voraussichtlich im Juni 2012 geplant. Für das ambulante Gesundheitszentrum werden etwa 1500 Quadratmeter in dem 87000 Quadratmeter großen Büro- und Geschäftskomplex "BBI Airport City" - in unmittelbarer Nähe zum Terminal - angemietet.

Das geht aus einer Mitteilung des Klinikkonzerns Vivantes hervor. Danach sollen angestellte Ärzte, Krankenhausärzte und niedergelassene Ärzte, die mit dem Zentrum kooperieren, die Patienten behandeln.

Für weitere externe Dienstleister wie Apotheken oder Physiotherapeuten seien im Gebäude Räumlichkeiten vorgesehen. Die Miet- und Kooperationsverträge sind laut Vivantes und Sana bereits unterzeichnet.

Das Gesundheitszentrum soll der Mitteilung zufolge gesetzlich und privat versicherten Patienten offenstehen. Eine Klinik wollen Sana und Vivantes am Flughafen jedoch nicht betreiben. Kliniken der beiden Konzerne befinden sich in unmittelbarer Nähe des neuen Flughafens. Sollten stationäre Behandlungen nötig werden, dann könnten die Patienten in diese Häuser verlegt werden.

Vivantes ist der größte kommunale Krankenhauskonzern Deutschlands. Er betreibt in Berlin neun Krankenhäuser, zwölf Pflegeheime, zwei Seniorenwohnhäuer und mehrere weitere medizinische Einrichtungen sowie eine Tochtergesellschaft für Catering, Reinigung und Wäsche. Die Sana Kliniken Berlin Brandenburg sind Teil des Klinikkonzerns Sana, der privaten Krankenversicherern gehört und bundesweit 43 Kliniken betreibt.

Sana hat bereits Erfahrungen mit Gesundheitszentren am Flughafen. Seit 2009 ist der private Klinikkonzern für das Management der Airportclinic am Flughafen München verantwortlich.

Schwierig gestaltet sich die Planung eines Ärztezentrums am Frankfurter Flughafen. Dort entsteht direkt über dem Fernbahnhof ein neun Stockwerke großes Bürogebäude. Dort sollte ursprünglich die Metropolitan Medical, eine Gesellschaft, die auf mehreren Flughäfen Apotheken betreibt, auf 3600 Quadratmetern ein Ärztezentrum mit Fachärzten aufbauen. Doch der Versuch scheiterte - zumindest im ersten Anlauf.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »