Ärzte Zeitung online, 05.09.2011

Tod dreier Frühchen in Siegen gibt Klinik weiter Rätsel auf

KÖLN (iss). Die Kinderklinik des Deutschen Roten Kreuzes in Siegen hat nach drei ungeklärten Todesfällen am vergangenen Wochenende die Staatsanwaltschaft Siegen eingeschaltet. In dem Krankenhaus waren drei Frühgeborene gestorben - sie waren zwischen einer Woche und sechs Monaten alt.

Nach Angaben des Krankenhauses starben die Babys innerhalb eines Zeitraums von drei Tagen "mit unterschiedlichen Grunderkrankungen, aber unter einem ähnlich fulminant verlaufenden Krankheitsbild".

Die behandelnden Ärzte haben die betroffenen Eltern informiert. Die Frühgeborenen wurden in unterschiedlichen Stationen behandelt.

Keine Angabe zu den Todesursachen

Zu weiteren Einzelheiten will sich die Klinik zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht äußern. Sie hat auch das Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein über die Vorfälle informiert.

Die Staatsanwaltschaft hat am Samstag zwei Kinderleichen beschlagnahmen lassen, das dritte Kind ist bereits in der Türkei beigesetzt worden.

Der Siegener Oberstaatsanwalt Johannes Daheim kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angabe zu den Todesursachen machen. "Wir wollen keine Spekulationen nähren", sagt er der "Ärzte Zeitung".

Rechtsmedizinische Untersuchungen abwarten

Man müsse jetzt die genauen Ergebnisse der weiteren rechtsmedizinischen Untersuchungen abwarten, sagt Daheim. Das könne noch einige Zeit dauern.

Die Staatsanwaltschaft hat unter anderem feingewebliche und neuropathologische Untersuchungen in die Wege geleitet.

Die Siegener Fachklinik für Kinder- und Jugendmedizin hat 138 Betten und zehn Plätze in einer psychiatrischen Tagesklinik. In dem Haus, das rund 700 Mitarbeiter beschäftigt, werden pro Jahr 6000 kleine Patienten stationär und 40.000 ambulant versorgt.

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