Ärzte Zeitung online, 29.12.2011
 

Magdeburger Uni setzt auf MedTech

Das nächste Jahr soll an der Uni Magdebrurg das Jahr der Innovationen werden. Die minimalinvasive Chirurgie sowie die Telemedizin sollen den Forschern viel Spielraum für Neuentwicklungen bieten.

Magdeburger Uni setzt auf MedTech

Otto von Guericke, Namensgeber der Uni Magdeburg: Was er wohl zu MedTech gesagt hätte?

© Lindenthaler / imago

MAGDEBURG (maw). Die Medizintechniker der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg wollen den Forschungsstandort in Sachsen-Anhalts Hauptstadt noch weiter aufpolieren.

Für 2012 streben sie nach Angaben der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (IMG) die errichtung eines Forschungszentrums an - und zwar in Form einer engen Kooperation mit der Industrie.

An der Uni gehört die Medizintechnik schon heute zu den Forschungsschwerpunkten.

Im Zuge der minimalinvasiven Chirurgie setzen Ingenieure, Informatiker und Ärzte an der Magdeburger Uni auf die Entwicklung durchschlagender Innovationen.

Lohnendes interdisziplinäres Zusammenspiel

Bereits seit 1. Juni 2008 arbeitet die Nachwuchsforschungsgruppe der Otto-von-Guericke-Universität um Professor Georg Rose (Lehrstuhl für Medizinische Telematik und Medizintechnik) und Professor Bertram Schmidt (Lehrstuhl für Mikrosystemtechnik) der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Entwicklung intelligenter Katheter für schonende Operationstechniken.

Das Forschungsprojekt wird laut IMG als InnoProfil vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2012 mit 5,7 Millionen Euro gefördert.

Im Fokus des INKA-Teams stünden dabei die interventionellen Behandlungen, bei denen Katheter und Nadeln zum Einsatz kommen wie zum Beispiel die Therapie von Gefäßerkrankungen in Herz oder Gehirn oder die Behandlung von Tumoren.

Im Rahmen der Initiative bestehe eine enge Kooperation mit den Projekten TEPROSA (Fokus Mikrosystemtechnik und Miniaturisierung) und TASC (Telemedical Acute Stroke Care) an der Universität Magdeburg, die ebenfalls durch die BMBF-Innovationsinitiative Unternehmen Region gefördert werden.

TASC zählt laut IMG zu den Forschungsprojekten in Magdeburg, die beispielgebend für die angewandte Forschung sind.

Aus dem Projekt hätten sich nicht nur technische Innovationen für die Erfassung, Übertragung und Dokumentation von Daten bei telemedizinischen Anwendungen ergeben, sondern es sei auch ein neues Telemedizin-Netzwerk in Sachsen-Anhalt zur Diagnose und Therapie von Schlaganfällen entstanden.

Krankenkasse bei Evaluation mit im Boot

Neben den Stroke Units in Magdeburg und Bernburg hätten bisher schon sechs "Satellitenkliniken" angeschlossen werden können.

Die Behandlung von Insultpatienten vor allem in ländlichen Gebieten Sachsen-Anhalts sei mittels TASC wesentlich verbessert worden.

Die telemedizinische Akutversorgung von Schlaganfällen erfolgt, so die IMG, durch die Schlaganfall-Spezialisten der Stroke Unit im Uniklinikum Magdeburg sowie am Klinikum Bernburg.

Dabei werden die Patientendaten bei Verdacht auf Schlaganfall durch ein speziell dafür neuentwickeltes technisches System in Echtzeit vom behandelnden Arzt vor Ort an die Stroke Unit übertragen.

In Zusammenarbeit mit der AOK Sachsen-Anhalt seien bereits aussagekräftige Daten und Fakten ermittelt worden, auf deren Grundlage ein betriebswirtschaftliches Modell für den dauerhaften Betrieb des TASC Telemedizin-Netzwerks Sachsen-Anhalt entstanden ist.

Eine Unternehmensausgründung aus dieser Initiative heraus werde derzeit vorbereitet. Sie soll 2012 starten und Modellcharakter für Deutschland haben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

So schützen sich Krebskranke vor Stigmatisierung

Wer an Krebs erkrankt, muss sich auch mit der damit verbundenen Stigmatisierung auseinandersetzen. Forscher raten zu gezielten Gegenstrategien. mehr »

Kassen rücken beim Arztinfo-System von der Steuerung via Ampel ab

Nutzenbewertungen neuer Arzneimittel durch den GBA finden bei Ärzten bisher oft nur wenig Beachtung. Ein Arztinfo-System soll das ändern. Der GKV-Spitzenverband hat dafür jetzt einen Prototypen präsentiert. mehr »

Sport tut den Gelenken gut - auch bei Multimorbidität

Selbst Arthrosepatienten mit schweren Begleiterkrankungen profitieren von regelmäßigem körperlichem Training. Es gibt allerdings eine Voraussetzung. mehr »