Ärzte Zeitung online, 27.12.2011

Frau Kretschmann will Gesang in Kliniken

Baden-Württembergs First Lady setzt auf die heilende Wirkung des Singens: Als Schirmherrin wirbt die Gattin von Ministerpräsident Kretschmann für mehr Singen - in Kliniken und Heimen.

Ministerpräsidenten-Gattin will mehr Gesang in die Kliniken bringen

Singende First Lady: Gerlinde Kretschmann.

© dpa

STUTTGART (maw). Gerlinde Kretschmann, Ehefrau des baden-württembergischen Ministerpräsidenten, hat die Schirmherrschaft für das im Mai 2010 gegründete Netzwerk Singende Krankenhäuser e.V. übernommen.

Kretschmann sei nach Angaben der Organisation selbst passionierte Sängerin des Laizer Kirchenchors und von den gesundheitsfördernden Wirkungen des Singens überzeugt.

Als ehemalige Grundschullehrerin habe sie das gemeinsame Singen mit den Kindern bewusst eingesetzt, um die Konzentrationsfähigkeit und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.

Kretschmann plädiere dafür, künftig mehr Singangebote an Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Psychiatrien, Behinderteneinrichtungen und Altersheimen vorzuhalten.

Hintergrund sei, dass sich durch das Wissen um die gesundheitsfördernden Wirkungen des Singens nicht nur im Alltag Stress überwunden und neue Kraft geschöpft werden könne. Singen könne vielmehr auch Menschen mit körperlichen oder psychischen Erkrankungen helfen, wieder in Kontakt mit ihren Selbstheilungskräften zu kommen.

Singende Krankenhäuser zertifiziert

Singen sei ein ganzheitlicher Ansatz, "der innerhalb des schulmedizinischen Behandlungsprozesses mit einfachsten Mitteln in allen erdenklichen therapeutischen Settings, bei Frühgeborenen, mit Wachkomapatienten, bei spracheingeschränkten und behinderten Menschen, bei alten und dementen Menschen oder in der Psychiatrie umsetzbar ist", heißt es in einer Mitteilung.

Das Netzwerk Singende Krankenhäuser bietet nach eigenen Angaben qualifizierte Weiterbildungen zum Singleiter an, die sich an Vertreter der Gesundheitsberufe wenden.

Der Verein zertifiziere zudem Gesundheitseinrichtungen, in denen Singen gefördert und therapeutisch angewendet wird als "Singendes Krankenhaus".

Hiervon gibt es, so das Netzwerk, mittlerweile schon mehr als 20 Einrichtungen im deutschsprachigen Raum, darunter die Uniklinik Köln.

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