Ärzte Zeitung, 22.02.2012

Patientendaten werden pseudonymisiert

BERLIN (wul). Die Qualitätssicherung, bei der Daten aus mehreren Versorgungssektoren berücksichtigt werden, kommt nach Angaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) voran.

Voraussichtlich ab April 2012 wird die sogenannte Vertrauensstelle erste Daten aus den Bereichen Geburtshilfe, Neonatologie sowie Erst- und Reimplantation von Endoprothesen verarbeiten. Das hat der GBA vergangene Woche mitgeteilt.

Im September vergangenen Jahres hat der Bundesausschuss ein Consulting-Unternehmen beauftragt, eine unabhängige Vertrauensstelle für die Pseudonymisierung von Patientendaten zu etablieren. Nun sei der Verfahrensablauf vom GBA geprüft und abgenommen worden, sodass das Verfahren ab April starten kann, hieß es.

Patientenbezogene Qualitätssicherung

Damit sei ein wichtiger Schritt zum Aufbau der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung erfolgt. "Diese völlig neue patientenbezogene Qualitätssicherung wird Längsschnittbetrachtungen von medizinischer Behandlungsqualität sowohl im ambulanten als auch im klinischen Bereich ermöglichen", sagte der GBA-Vorsitzende Dr. Rainer Hess.

Unter Nutzung des Pseudonyms sollen verschiedene Datensätze derselben Patienten aus unterschiedlichen Behandlungsorten, Sektoren und Behandlungszeiten zusammengeführt werden und vom AQUA-Institut ausgewertet werden. Eine Reidentifikation von Patienten ist laut GBA ausgeschlossen.

Bevor das AQUA-Institut tätig werden kann, muss es vom GBA einen Auftrag für einen bestimmten Versorgungsbereich erhalten haben. Hess zufolge sollen solche Krankheitsbilder oder Behandlungen untersucht werden, bei denen entweder oft Zweifel an der Qualität geäußert werden oder die aufgrund ihrer Häufigkeit eine große Rolle in der Versorgung spielen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Versorgung psychisch kranker Kinder ist ein Flickenteppich

Der Trend bei den psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen ist stabil. Eine einheitliche Versorgungslandschaft besteht in Deutschland aber nach wie vor nicht. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie können sie für eine Impfung gewonnen werden? mehr »

Mama leckt den Schnuller ab – kein Tabu

Botschaft einer neuen US-Studie: Das Ablutschen kann Vorteile fürs Immunsystem der Kinder haben. mehr »