Ärzte Zeitung, 18.04.2012

Verdi: Kalter Jobabbau in Gießen/Marburg

GIEßEN/MARBURG (coo). Die Gewerkschaft Verdi und die Betriebsräte des privatisierten Universitätsklinikums Gießen/Marburg fordern einen Stopp des schleichenden Stellenabbaus in dem Großkrankenhaus.

Trotz breiter Proteste würden befristete und frei werdende Stellen nicht wieder besetzt, kritisiert Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher: "Da findet ein kalter Stellenabbau statt", sagt sie.

Sie beklagt "eine zum Teil dramatische Unterbesetzung" in verschiedenen Arbeitsbereichen. Angesichts der steigenden Patientenzahlen sei die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter so nicht tragbar.

Zweifel meldet Verdi an den vom privaten Krankenhausbetreiber Rhön genannten Mitarbeiterzahlen an.

Die Geschäftsleitung hatte in einem Faktenpapier ausgeführt, dass in den vergangenen drei Jahren 420 Vollzeitstellen im patientennahen Bereich neu geschaffen wurden, davon 190 in der Pflege. Den Betriebsräten fehlen jedoch konkrete Zahlen, um dies nachvollziehen zu können.

Ausgelöst von Berichten über den möglichen Abbau von bis zu 500 Stellen steht das Uni-Klinikum seit Ende Februar im Kreuzfeuer der Kritik.

Die Klinikdirektoren hatten in einem Brandbrief grundsätzliche Kritik an der Privatisierung geübt. Der neue Vorsitzende der Geschäftsführung, Martin Menger, hat angekündigt, Vertrauen zurückgewinnen zu wollen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Resistenzen behindern Kampf gegen Tuberkulose

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten – ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Medi24 drängt kostenlos in den Markt

Ein großer schweizer Anbieter telefonischer Arztkontakte lockt zur Markteinführung mit einem besonderen Angebot: Patienten sollen kostenfrei via Telefon medizinischen Rat erhalten. mehr »

Bluttest auf Brustkrebs keine Revolution

Ein Bluttest auf Brustkrebs komme noch dieses Jahr auf den Markt, verkündete vor kurzem die Uniklinik Heidelberg – und erntete heftige Kritik. Nun rudert sie zurück. mehr »