Ärzte Zeitung, 02.05.2012

Garg gegen undifferenzierte Kritik an Privatkliniken

BAD SEGEBERG (di). Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (FDP) warnt vor undifferenzierter Kritik an privaten Klinikträgern. Er setzt auf einen Mix aus privaten, kommunalen und frei-gemeinnützigen Klinikträgern in seinem Bundesland.

Befürchtungen, dass nach Übernahmen Patienten schlechter versorgt oder Beschäftigte schlechtergestellt werden könnten, lassen sich nach Gargs Beobachtung nicht pauschal bestätigen.

"Eine dogmatische Debatte über die private Trägerschaft von Kliniken wäre tödlich. Private Träger sind nicht des Teufels", sagte Garg bei einem Besuch der privat geführten Segeberger Kliniken.

Entscheidend für Versorgung und Beschäftigung seien das Konzept und die Philosophie der Unternehmensführung, nicht aber die Trägerschaft.

"Wenn die Philosophie stimmt, ist die Trägerschaft zweitrangig", sagte Garg vor dem Hintergrund erneuter Diskussionen über Veränderungen in der Klinikstruktur im Norden.

Bessere Löhne für Beschäftigte gefordert

Die Diskussion wird aber nicht nur beim Wechsel von kommunaler zu privater Trägerschaft geführt. Jüngst hatten Mitarbeiter des privaten Damp-Konzerns gestreikt, weil sie Tarifanpassungen vor dem Trägerwechsel zu den ebenfalls privat geführten Helios-Ketten erzwingen wollten.

An der Westküste wiederum gibt es Überlegungen, die kommunal geführten Kliniken in Nordfriesland mit den kommunalen Westküstenkliniken zu fusionieren.

Spekuliert wird darüber, ob nicht einer der beiden kirchlichen Träger in Flensburg bei diesem Konzentrationsprozess ebenfalls zum Zuge kommen könnte.

Unabhängig vom Ausgang der anstehenden Übernahmen oder Fusionen steht für Garg fest, dass die Klinikbeschäftigten angesichts der hohen Arbeitsbelastung besser entlohnt werden müssen.

"Den Beschäftigten in den Kliniken ist nicht mehr zuzumuten, an dieser Stelle muss etwas passieren", sagte Garg.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Warum bei Dicken das Hirn hungert

Das Gehirn von schlanken und fettleibigen Personen reagiert unterschiedlich auf Energiezufuhr, so eine Studie. Und: Es gibt dabei eine Parallele zwischen Übergewicht und Depression. mehr »

"Je härter der Knoten, desto höher die Krebs-Wahrscheinlichkeit"

Schilddrüsenknoten werden immer häufiger diagnostiziert. Warum das so ist, welche Untersuchungen zur Abklärung nötig sind und welche Methode immer bedeutender wird, erläutert der Endokrinologe Prof. Matthias Schott. mehr »

Wenn Leitlinien in die Irre führen

Zum Vorgehen bei Patienten mit Mikro- oder Makrohämaturie gibt es verschiedene Empfehlungen – das schafft Unsicherheit. Forscher haben festgestellt, dass Krebs oft unentdeckt bleibt, wenn Ärzte nationalen Leitlinien folgen. mehr »