Ärzte Zeitung, 19.11.2012

Nordosten

Kliniken wollen ihre ambulante Versorgung ausbauen

Mecklenburg-Vorpommerns Krankenhäuser drängen darauf, Sektoren stärker zu vernetzen.

Von Dirk Schnack

Kliniken wollen ihre ambulante Versorgung ausbauen

Wolfgang Gagzow, Vorsitzender der AKMV.

© Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern

GÜSTROW. Klinikvertreter im Nordosten fordern eine sektorenübergreifende Qualitätssicherung und beanspruchen eine starke Rolle in der ambulanten Versorgung.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus Mecklenburg-Vorpommern (AKMV) sprachen sich auf ihrem zehnten Krankenhaustag in Güstrow außerdem für fließende Übergänge zwischen stationärer und ambulanter Behandlung, Reha und Pflege aus.

"Das ist auch wirtschaftlich eine Notwendigkeit", sagte der Vorsitzende der AKMV, Wolfgang Gagzow. Er räumte aber ein, dass sich dieser Übergang wegen unterschiedlicher Finanzierungs- und Anreizsysteme nur schwer realisieren lässt. Als Hindernis hat er auch die "nicht vergleichbare Qualitätssicherung" ausgemacht.

Er verlangte bundeseinheitliche Prüfkriterien über Sektorengrenzen hinweg. Das hiermit beauftragte Institut habe bislang noch "keine praxistauglichen Ergebnisse" vorgelegt, kritisierte Gagzow.

Chirurgie auf Platz zwei

840.000 Patienten wurden in den Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern 2011 ambulant behandelt.

Deutlich wurde in Güstrow die zunehmend starke Stellung der Kliniken in der ambulanten Versorgung.

Die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern behandeln im Durchschnitt doppelt so viele Patienten ambulant wie stationär - insgesamt waren dies rund 840.000 ambulante Patienten im Jahr 2011. Das Gesetz ermöglicht ihnen eine ganze Palette ambulanter Leistungen.

Darunter sind etwa ambulante Operationen, Behandlungen in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) oder Ermächtigungen bei regionaler Unterversorgung. Dies betraf im vergangenen Jahr 28.000 Behandlungsfälle.

Die meisten Behandlungen fanden in der Interdisziplinären Notfallaufnahme mit 43 Prozent, in der Chirurgie mit 17 Prozent, in der Unfallchirurgie und in der Kinderheilkunde mit jeweils zehn Prozent statt.

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