Ärzte Zeitung, 08.11.2013

Rhön

Klinikverkauf läuft planmäßig

BAD NEUSTADT. Der Verkauf der 43 Rhön-Kliniken an Helios geht planmäßig voran: Anlässlich der Neun-Monats-Bilanz erklärte Rhön-Finanzvorstand Jens-Peter Neumann, man sei zuversichtlich, "dass bis Jahresende ein Paket an Krankenhäusern übertragen sein wird, dessen Unternehmenswert mindestens 70 Prozent des vereinbarten Transaktionsvolumens beträgt".

Für den künftigen Rhön-Klinikverbund, mit dem man sich auf stationäre Maximalversorgung konzentriere, würden jährliche organische Wachstumsraten zwischen 3,5 und 4,5 Prozent erwartet. Bis 2015 soll die operative Profitabilität (EBITDA-Marge) dieser Häuser von zuletzt (2012) knapp elf auf dann 14 Prozent zulegen.

In den ersten neun Monaten 2013 hat Rhön mit 2,26 Milliarden Euro Umsatz sechs Prozent zugelegt. Der Überschuss ging um drei Prozent auf 68 Millionen Euro zurück. Erklärt wird der Rückgang mit Beratungskosten und außerordentlichen Steueraufwendungen wegen des Klinikverkaufs an Helios.

Unterdessen hat sich Rhön-Anteilseigner und Wettbewerber Asklepios mit einem erfolgreich plazierten Schuldscheindarlehen für weitere Klinik-Käufe in Stellung gebracht. Der im Oktober emittierte Schuldschein sei sechsfach überzeichnet gewesen.

Daher habe man die ursprünglich beabsichtigte Darlehenssumme auf 300 Millionen Euro verdreifacht, ließ Asklepios am Mittwoch verlauten. An der Transaktion hätten sich Banken und institutionelle Investoren beteiligt.

Die durchschnittliche Verzinsung des in drei Tranchen mit fünf, sieben und zehn Jahren Laufzeit gesplitteten Darlehens betrage 3,5 Prozent. Das frische Geld solle "der allgemeinen Unternehmensfinanzierung" dienen und zum Teil auch teurere Kredite ablösen, heißt es.

Branchenbeobachter rechnen aber damit, dass Asklepios nun auch der jüngsten Expansion von Helios die Stirn bieten wird. So schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", gemessen am aktuellen Preisniveau im Klinik-Markt könne Asklepios zwischen 350 Millionen und 500 Millionen Euro Umsatz akquirieren, um die Position als Nummer zwei im privaten Klinikgeschäft hinter Helios auszubauen. (cw)

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