Ärzte Zeitung online, 14.11.2013
 

Halle

Uniklinik legt eigenes Sparkonzept vor

Die Leitung der Uniklinik Halle hat eigene Vorschläge für Einsparungen vorgelegt. Nach ihren Plänen sollen einige Institute geschlossen oder zentralisiert werden.

HALLE. Einschneidende Umstrukturierungen haben die Vorstände von Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät in Halle beschlossen.

Bis 2025 sollen Betriebs- und Personalkosten gesenkt und Freiräume für die Entwicklung in Lehre und Forschung geschaffen werden.

"Wir wollen mit dem Konzept zeigen, dass wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und die Universitätsmedizin eine Zukunft hat", sagt Dekan Professor Dr. Michael Gekle. In vier Jahren soll das Universitätsklinikum wieder ein ausgeglichenes Betriebsergebnis aufweisen.

Laborbereiche zentralisieren

Bei einer Überprüfung sämtlicher Institute und Kliniken waren vor allem die Kriterien Profilierung in Lehre und Forschung, Überversorgung in der Krankenversorgung, Kooperationen mit anderen Krankenhäusern und die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation untersucht worden.

Konkret geplant sind Zusammenlegungen der Institute Anatomie, Physiologie und Physiologische Chemie sowie Epidemiologie/Klinische Epidemiologie.

Außerdem sollen Laborbereiche zentralisiert, die Institute für Umwelttoxikologie, Hygiene und die Sektion Klinische Pharmakologie geschlossen werden. Vakant ist zudem das Institut für Mikrobiologie, das bei der derzeitigen Finanzsituation kaum konkurrenzfähig ist.

Kooperationen sind das Ziel

Aufgrund der Überversorgung in der Kinder- und Jugendmedizin sowie im Bereich der Neurochirurgie strebt die Uni Kooperationen mit Hallenser Krankenhäusern an. Für die Thoraxchirurgie ist eine Brückenprofessur mit dem Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau vorgesehen.

Durch die komplette Verlegung der Orthopädie an den Hauptstandort zum bevorstehenden Jahreswechsel könnten zudem monatlich rund 80.000 Euro an Betriebskosten eingespart werden.

Der Erhalt der Kliniken und Institute für Immunologie, Reproduktionsmedizin und Rechtsmedizin sei nach Ansicht der Vorstände zwar wünschenswert, aber mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten verbunden. Über Alternativen wird nachgedacht.

Seit Monaten kämpft die Medizinische Fakultät Halle um ihre Existenz, nachdem Pläne der Landesregierung von Sachsen- Anhalt bekannt wurden, eine der beiden Medizinfakultäten im Land zu schließen. In Sachsen-Anhalt werden auch in der Landeshauptstadt Magdeburg Mediziner ausgebildet. (zie)

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