Ärzte Zeitung, 20.11.2013

IGES-Studie

Große Spanne bei Op-Qualität in Kliniken

Qualität der stationären Versorgung wird gut gemessen. Schlechte Qualität bleibt aber folgenlos.

BERLIN. In Deutschland gibt es bei Operationen große Spannweiten zwischen den schlechtesten und den besten Krankenhäusern.

Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer Studie zur Qualitätsorientierung im stationären Bereich. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hatte diese Studie beim Berliner IGES-Institut in Auftrag gegeben.

So sei das Risiko, eine Wundinfektion nach einer Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation zu bekommen, in vielen Krankenhäusern bei Null - in anderen Krankenhäusern seien jedoch fünf Prozent aller Patienten davon betroffen, sagte Karsten Neumann, Geschäftsführer des IGES-Instituts während der Vorstellung der Studie am Dienstag in Berlin.

Auch bei Eingriffen an den Eierstöcken gebe es deutliche Unterschiede: "In den besten Kliniken kann das Organ fast immer erhalten werden, während den schlechtesten das nur in 70 Prozent der Fälle gelingt", so Neumann.

"Im Ausland herrscht mehr Selbstkritik"

In Deutschland werde die Qualität derzeit im Vergleich zu anderen Ländern gut gemessen, aber es würden keine Konsequenzen daraus gezogen.

"Da schlechte Qualität praktisch nicht zu Sanktionen führt, bleiben die wenigen identifizierten Mängel in den Krankenhäusern faktisch ohne Folgen", sagte Neumann.

Andere Länder, wie die Niederlande oder die USA, seien dagegen konsequenter in der Qualitätsverbesserung.

"Im Ausland herrschen mehr Transparenz, mehr Selbstkritik in Bezug auf das eigene System und auch mehr Mut, schlechte Leistungen mit Sanktionen zu belegen", betonte Neumann.

vdek-Vorsitzende Ulrike Elsner sagte: "Wir müssen auf den bestehenden Daten aufsetzen und die Qualitätsorientierung Schritt für Schritt in der stationären Versorgung verankern." (sun)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »