Ärzte Zeitung online, 22.11.2013
 

Kliniken

Jeder Behandlungsfall kostet 100 Euro mehr

Krankenhauskosten sind im vergangenen Jahr regional stark unterschiedlich gestiegen. Am stärksten haben die Personalkosten zugelegt - auch eine Folge von mehr Ärzten und Pflegepersonal.

Von Florian Staeck

WIESBADEN. Die Kosten der Krankenhäuser haben sich je nach Region im vergangenen Jahr sehr unterschiedlich entwickelt.

Die stärkste Kostenentwicklung je Patient verzeichnete demach Mecklenburg-Vorpommern mit einem Plus von 5,4 Prozent. In Sachsen-Anhalt betrug der Anstieg dagegen nur 1,2 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Im Bundesschnitt sind im vergangenen Jahr die Kosten je Patient um 2,5 Prozent auf 4060 Euro gestiegen, das sind 100 Euro mehr als im Vorjahr. Größter Kostenblock der Krankenhäuser sind die Personalkosten mit knapp 52 Milliarden Euro.

Sie machten rund 60 Prozent der Gesamtkosten aus, die sich im vergangenen Jahr auf 86,8 Milliarden Euro belaufen haben. Während Personalkosten um 4,8 Prozent zugelegt haben, war die Entwicklung bei den Sachkosten mit 2,9 Prozent weniger dynamisch.

Dieser Kostenblock addierte sich im vergangenen Jahr auf 32,6 Milliarden Euro.

Breite Streuung bei den Fallkosten

Strukturelle Unterschiede im Versorgungsangebot (beispielsweise der Anteil der Maximalversorger an den Kliniken) und Unterschiede bei der Art und Schwere der Erkrankungen haben eine breite Streuung der Fallkosten je Patient zur Folge.

Die geringsten Kosten je Fall entstanden mit 3617 Euro in Brandenburg, die höchsten mit 4718 Euro in Hamburg.

Im Vergleich zu 2011 hat die Zahl der Krankenhäuser bundesweit um 28 auf zuletzt 2017 abgenommen. Die Zahl der Betten nahm um lediglich 0,1 Prozent auf 501.489 ab. Dagegen hat die Fallzahl im vergangenen Jahr abermals zugenommen.

Den Zahlen der Statistiker zufolge wurden in deutschen Krankenhäusern 2012 rund 18,62 Millionen Behandlungsfälle registriert. Das entspricht einem Anstieg um rund 276.000. Noch im Jahr 2005 sind in Krankenhäusern etwa zwei Millionen weniger Fälle registriert worden.

Zahl der Ärzte legt deutlich zu

Die Zahl der Beschäftigten in Krankenhäusern - Stand 31. Dezember 2012 - ist im vergangenen Jahr um insgesamt 1,6 Prozent auf 1,15 Millionen gestiegen.

Der Zuwachs fiel bei Ärzten mit 3,6 Prozent (rund 160.000) höher aus als im nicht-ärztlichen Dienst (1,3 Prozent, rund 987.000). Berücksichtigt man allerdings die Zahl der Vollkräfte im Jahresdurchschnitt, beträgt der Zuwachs bei Ärzten lediglich 2,7 Prozent.

Auch bei der Beschäftigtenzahl ist die regionale Entwicklung stark unterschiedlich: Berlin verzeichnete 2012 stagnierende Beschäftigtenzahlen, im nicht-ärztlichen Dienst sank die Zahl sogar um 0,4 Prozent.

Bremen registriert mit drei Prozent den stärksten Zuwachs. Dort legte die Zahl der Ärzte sogar um sechs Prozent zu.

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