Ärzte Zeitung online, 04.12.2013
 

Rhön-Fresenius-Deal

Nun meldet sich auch Asklepios wieder zu Wort

HAMBURG. Die Front gegen den Teilverkauf von 43 Kliniken des Rhön-Konzerns an die Fresenius-Tochter Helios konsolidiert sich: Der private Hamburger Klinikbetreiber Asklepios hat angekündigt, eventuell der Klage von B. Braun gegen das Veräußerungsvorhaben beizutreten. Das werde momentan geprüft, teilte Asklepios am Montag mit.

Ende voriger Woche hatte bereits B. Braun verlauten lassen, durch Aktienzukäufe inzwischen mehr als 15 Prozent der Rhön AG zu halten. Auch in den kommenden Monaten will der Medizintechnikhersteller weitere Rhön-Aktien erwerben oder sich Stimmrechte durch Übertragung sichern.

Ausweislich der aktuellen Aktionärsstruktur halten die Gegner des Klinikverkaufs von Rhön an Fresenius derzeit schon knapp über 20 Prozent der Stimmen. Auf B. Braun entfallen 15,08 Prozent, auf Asklepios 5,0 Prozent.

Der Klinikkonzern der privaten Krankenversicherungen, Sana, ist offenbar nicht oder nicht mehr mit im Boot. Mitte vorigen Jahres soll Sana Berichten zufolge Rhön-Aktien erworben haben, um sich der Allianz von Asklepios und B. Braun gegen die Fusion des fränkischen Klinikbetreibers mit Fresenius anzuschließen.

Gegenstand der Klage von B. Braun beim Landgericht Schweinfurt ist unter anderem die Feststellung, dass für den Klinikverkauf die Zustimmung der Rhön-Hauptversammlung nötig sei. Sollte die Klage Erfolg haben, wird es im zweiten Schritt darum gehen, welche Sperrminorität für Hauptversammlungsbeschlüsse der Rhön AG nun gilt.

Derzeit sind es zehn Prozent der Stimmen. Im Sommer beschloss die Hauptversammlung zwar eine Lockerung auf 25 Prozent. Doch auch dagegen hat B. Braun geklagt, weshalb die neue Sperrminorität noch nicht rechtsgültig ist.

Freilich: Kommt der nordhessische Medizintechnikhersteller bei seinem Erwerb von Rhön-Papieren weiterhin so gut voran wie bisher, dürften bald auch 25 Prozent der Stimmen kein ernsthaftes Hindernis mehr für ihn und die interessenverbündete Asklepios darstellen, um bei Rhön mit zu entscheiden. (cw)

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