Ärzte Zeitung online, 05.12.2013
 

DKG-Chef

Koalitionsvertrag blendet Realität aus

Politikern fehle das Problembewusstsein bei der Klinikfinanzierung, so der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Alfred Dänzer. Der Verband will daher 2014 seine Klinik-Kampagne ausweiten.

DARMSTADT. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) hat sich enttäuscht über den Koalitionsvertrag gezeigt.

"Der Vertrag liest sich, als ob er für ein anderes Land getextet wurde. Wenn der Koalitionsvertrag so umgesetzt wird, ist es eine Enttäuschung", sagte Alfred Dänzer, Präsident der DKG, beim Hessischen Krankenhaustag in Darmstadt.

"Im Vertrag wird die Realität vollständig ausgeblendet", so Dänzer weiter. Besonders beklagte er das mangelnde Problembewusstsein der Politiker bei der Klinikfinanzierung.

Zwar stehe im Koalitionsvertrag, es gebe zu viele Kliniken, "doch wer traut sich, eine zu schließen?", fragte er. Ebenso wie der Straßenbau seien auch die Kliniken ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge.

Für 2014 kündigte er eine "Ausweitung der Kampagne zur Verbesserung der Kliniken auf allen Ebenen" an, um die Interessen der Kliniken vor allem bei den Landespolitikern weiter präsent zu halten. Der DKG-Präsident forderte, dass das Thema Chef-Sache werden müsse. "Frau Merkel muss sich persönlich für die Kliniken einsetzen."

Dänzer äußerte erhebliche Zweifel daran, ob der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) die richtige Institution sei, künftig die Qualität der Kliniken zu prüfen.

"Dem MDK wird die unabhängige Prüfung in der Pflege abgesprochen, er soll aber künftig Qualität von Kliniken überprüfen. Das ist ein Widerspruch", erklärte Dänzer in Darmstadt. (bee)

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