Ärzte Zeitung online, 14.01.2014

Schleswig-Holstein

Basisfallwert steigt auf 3117 Euro

In Schleswig-Holstein wird der Landesbasisfallwert um 3,5 Prozent angehoben. Spielräume für Kliniken in prekärer Lage gebe es dadurch allerdings nicht, lässt die Krankenhausgesellschaft wissen.

KIEL. Schleswig-Holstein hat nicht länger allein die rote Laterne beim Landesbasisfallwert. Dieser steigt im Norden in diesem Jahr um rund 3,5 Prozent auf 3117,36 Euro. Darauf haben sich die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein und die Krankenkassen verständigt.

In der Steigerung um rund 105 Euro ist die letzte Stufe einer seit 2010 geregelten Teil-Anpassung der unterschiedlichen Landeswerte an den Bundesdurchschnitt enthalten. Die "Korridoruntergrenze" von 3117,36 Euro gilt im kommenden Jahr voraussichtlich in neun Bundesländern.

Der Bundesbasisfallwert liegt 1,25 Prozent höher. Die höchsten Krankenhausvergütungen werden in Rheinland-Pfalz gezahlt. Dort bekommen die Kliniken fast sieben Prozent mehr als in Schleswig-Holstein.

Mit der vereinbarten Steigerung sind die zusätzlichen Kostenbelastungen des abgelaufenen Jahres aus Tarifabschlüssen und Sachkostensteigerungen in etwa refinanziert.

"Spielräume zur Verbesserung der in vielen Kliniken prekären Lage werden jedoch nicht geschaffen", sagte dazu die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH). Sie hält eine weitere Anpassung des Landesbasisfallwertes an den Bundesdurchschnitt für erforderlich.

Nach Angaben von Landesgesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) hat die Steigerung in ihrem Bundesland ein Volumen von rund 64,5 Millionen Euro. Sie sieht die neue Bundesregierung in der Pflicht, die noch bestehenden Unterschiede zwischen den Bundesländern auszugleichen.

Bei einer Vergütung zum Bundesfallwert würde die Klinikvergütung um 23,4 Millionen Euro höher ausfallen. (di)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »

Lauterbach will Erstkontakte extra vergüten

"Erstkontakte sollen sich lohnen": Mit einem Sonderbudget für Erstkontakte bei Fachärzten will der SPD-Gesundheitspolitiker Professor Karl Lauterbach Ungerechtigkeiten bei der Terminvergabe beseitigen. mehr »