Ärzte Zeitung online, 03.02.2014

Klinikqualität

Kleine Häuser in der Kritik

Eine neue Erhebung des RWI kommt zu dem Ergebnis: Jedes zehnte kleine Krankenhaus hat Mängel. Und: Häuser mit vielen Pflegern sollen besser finanziert werden.

BERLIN. In jedem zehnten kleinen Krankenhaus ohne Spezialisierung gibt es laut einer Erhebung Mängel bei der Behandlung und Versorgung der Patienten.

Bei Kliniken mit hohem Spezialisierungsgrad und mehr Erfahrung in einzelnen Indikationen war lediglich jedes 20. auffällig. Das geht aus einer Auswertung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) für die "Welt am Sonntag" hervor.

"Wir haben ein Problem mit kleinen Kliniken", sagte der Vizechef des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg dem Blatt, "und zwar nicht so sehr mit denen auf dem Land, sondern eher im städtischen Raum."

Die Krankenhäuser wehren sich gegen hohe Mindestmengen. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Alfred Dänzer, sagte: "Solche Vorgaben sind dann akzeptabel, wenn der eindeutige Beweis erbracht werden kann, dass sie der Gesundheit der Patienten nützen."

Derweil zeichnet sich eine bessere Entlohnung von Häusern ab, die einen hohen Anteil von Pflegekräften haben. Entsprechende Schritte würden derzeit im Bundesgesundheitsministerium vorbereitet, berichtete ebenfalls die "Welt am Sonntag".

Denkbar sei demnach, dass ein Krankenhaus, das mehr Pfleger pro Station beschäftigt, mehr Geld erhalte als eines mit knapper Personalausstattung. Mit dem Schritt würde eine Festlegung im Koalitionsvertrag umgesetzt, nach der in der Kalkulation der Klinik-Bezahlung die Personalkosten, insbesondere die in der Pflege, in ausreichender Höhe und Gewichtung berücksichtigt werden sollen. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Viele falsche Vorstellungen, was Krebs verursacht

Stress, Handystrahlen und Trinken aus Plastikflaschen lösen Krebs aus, denken viele fälschlicherweise. Die wahren Risikofaktoren kennt nur jeder Zweite, so eine Studie. mehr »

Höherer Zuschlag für Terminvermittlung

Das Bundeskabinett will sich heute mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz beschäftigen. Am Entwurf wurde vorab noch gebastelt – er enthält wichtige Änderungen. mehr »

Die übersehene Speiseröhren-Entzündung

Lange glaubte man, die eosinophile Ösophagitis komme nur selten vor. Inzwischen zeigt sich: Es gibt immer mehr Patienten mit dieser chronischen Entzündung der Speiseröhre. mehr »