Ärzte Zeitung, 24.02.2014

Unikliniken

Mannheim will wissenschaftlich nachrüsten

Eine stärkere Präsenz von Forschung und Lehre in den Leitungsstrukturen des Klinikums Mannheim hat der Wissenschaftsrat gefordert. Das soll nun bald Realität werden.

MANNHEIM. "Ich bewundere das Mannheimer Klinikum, wie es die Forschungsaktivitäten der Universität unterstützt und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit sichert." Dieses Kompliment richtete der Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim (UMM), Professor Uwe Bicker an die Stadt Mannheim als Träger des dortigen Klinikums.

Bei einem Besuch des baden-württembergischen SPD-Fraktionsvorsitzenden Claus Schmiedel an der UMM ging es um die Fortschreibung einer landesweit einmaligen Konstellation: einem Klinikum in städtischer Hand und der angeschlossenen Medizinfakultät in der Trägerschaft des Landes. Dies hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen in Finanzierungs- und Kompetenzfragen geführt.

Vor kurzem hatte der Wissenschaftsrat in einem Gutachten angemahnt, dass Forschung und Lehre stärker in den Leitungsstrukturen des Klinikums repräsentiert sein müssten.

"Diese Hausaufgaben wollen wir machen", war sich der Uni-Dekan mit Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz als Aufsichtsratsvorsitzendem des Klinikums und den politischen Repräsentanten einig. Der Dekan kann sich im Führungsteam einen Leitenden Ärztlichen Direktor, der wissenschaftlich-universitär geprägt ist, neben einem kaufmännischen Verantwortlichen vorstellen.

Der Dekan zeigte sich offen für die Forderung des kommunalen Klinikträgers, dass "wer mehr mitreden will, auch stärker in die wirtschaftliche Mitverantwortung gehen muss. Kurz sieht keine "unüberwindbaren Hürden" um zwischen Stadt und Land zu akzeptablen Lösungen in den Rahmenvereinbarungen zu kommen.

Es sei zu stark auf Struktur- und Finanzierungsfragen fokussiert worden und darüber in den Hintergrund getreten, welches medizinisch-wissenschaftliche Potenzial am Standort Mannheim in der Kooperation in den letzten zehn Jahren aufgebaut worden sei. Besonders auf dem Gebiet der Medizintechnik habe sich die Universitätsmedizin Mannheim einen ausgezeichneten nationalen und internationalen Ruf verschafft.

Die Radiologen Professor Stefan Schönberg und Professor Frederik Wenz stellten einige beispielhafte Projekte einer zukunftsweisenden bildgebenden Technik vor, mit welcher Diagnostik und Therapie bei Krebspatienten mit Oligometastasen in einer Sitzung durchgeführt werden können.

Diese Entwicklungen seien nur möglich, so Wenz, weil am Standort Mannheim ein durchgängiges Konzept von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung verfolgt werde. (bd)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »