Ärzte Zeitung, 08.07.2014

Mittelfranken

Notaufnahmen für Kliniken nicht rentabel

MÜNCHEN. Eine faire Finanzierung der Notaufnahmen in den Krankenhäusern haben am Dienstag 31 Kliniken aus Mittelfranken in Nürnberg gefordert.

Für jeden ambulant versorgten Patienten würden den Kliniken im Durchschnitt lediglich 33 Euro vergütet, erklärten die Vorstände und Geschäftsführer der Häuser unter Berufung auf Berechnungen der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA).

Das sei deutlich weniger als Arztpraxen im Bereitschaftsdienst der KV erhalten. Demgegenüber lägen die Kosten etwa zur Vorhaltung von Ausstattung und Personal in einer Krankenhaus-Notaufnahme in der ambulanten Notfallversorgung bei 129 Euro, so die DGINA.

Nach Angaben der Krankenhausvertreter suchten im Jahr 2003 insgesamt 248.000 Patienten die Notaufnahmen der 31 Kliniken auf. Zehn Jahre später seien es bereits 386.000 Patienten gewesen, von denen 230.000 noch am gleichen Tag wieder nach Hause gehen konnten. Die ambulante Notfallversorgung habe 2013 bei den 31 Kliniken für ein Minus von 22,1 Millionen Euro gesorgt.

Die rapide Zunahme der Patientenzahlen in den Notaufnahmen sei kein Wunder, erklärte Dr. Alfred Estelmann, Vorstand des Klinikums Nürnberg.

Denn die KVen zögen sich immer mehr aus der Notfallversorgung zurück und es stünden immer weniger Praxen außerhalb der offiziellen Sprechstundenzeiten zur Verfügung, so Estelmann. Auch suchten immer häufiger Patienten auch mit leichteren Erkrankungen gleich die Notaufnahmen auf. (sto)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »