Ärzte Zeitung, 11.08.2014

BUND

Kliniken für erfolgreiches Energiesparen ausgezeichnet

Kliniken haben viele Optionen, Energie zu sparen. Der BUND hat jetzt besonders sparsame ausgezeichnet.

BERLIN. Krankenhäuser können etliche Maßnahmen ergreifen, um im Rahmen eines Energiemanagements konsequent den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen zu reduzieren.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat nun drei Kliniken in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg die erste fünfjährige Verlängerung ihres Gütesiegels "Energiesparendes Krankenhaus" zugestanden. Die Einrichtungen müssen dafür unter anderem nachweisen, dass sie im Vergleich zum vorhergehenden Auszeichnungszeitraum weitere Einsparungen erzielt haben und über funktionierendes Energiemanagement verfügen.

Die Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn, eine auf Psychiatrie und Psychotherapie spezialisierte Einrichtung, vermeide nun 952 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, nachdem sie bis 2008 den Energieverbrauch bereits um 521 Tonnen jährlich gesenkt habe. In diesem Umfang, so der BUND, sei dies bundesweit noch keinem Krankenhaus geglückt.

Baulich seien in den größtenteils denkmalgeschützten Gebäuden die Warmwasserleitungen gedämmt und effizient gekürzt worden. In den anderen Gebäuden sei stets zwischen energetischer Gebäudesanierung und Neubau abgewogen worden.

Technisch habe der Einbau eines erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerkes (BHKW) mit 373 Kilowatt thermischer Leistung zur Grundlastabdeckung hohe Einsparungen gebracht. Heute würden darüber zwei Drittel des Strombedarfs gedeckt. Seit 2012 laufe eine Fotovoltaik-Anlage, die jährlich 50.000 Kilowattstunden regenerativen Stroms produziere.

Die Stadtklinik Frankenthal hat es laut BUND geschafft, zwischen 2009 und 2013 weitere 509 Tonnen Kohlendioxid jährlich einzusparen. Zum Energiesparkonzept gehörten demnach der Neuaufbau und die Neustrukturierung verschiedener Klinikbereiche wie die Intensivstation und der OP-Trakt.

Dort seien die Fassaden durch Wärmedämmfassaden erneuert worden. Weiterhin seien 800 Quadratmeter Flachdachfläche komplett saniert worden - auch das mit dem Ziel der Wärmedämmung.

Die Lüftungsanlage sei durch Umbau und Teilstilllegung optimiert und mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet worden. Bei der Kälteerzeugung habe alleine die Anschaffung eines Schraubenkompressors den Stromverbrauch um 40.000 Kilowattstunden pro Jahr gesenkt.

Der Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz, vormals Klinikum Konstanz, erzielte Einsparungen unter anderem durch die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung bei der Klimatisierung von Patientenzimmern. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Strategie zur Künstlichen Intelligenz gefasst

Die Bundesregierung will Deutschland fit für die Künstliche Intelligenz machen. Dazu hat das Kabinett jetzt Eckpunkte einer Strategie beschlossen. Gesundheit ist ein zentrales Thema. mehr »

Oft wird gechattet mit dem Arzt

Das bundesweit beachtete Telemedizin-Modellprojekt DocDirekt in Baden-Württemberg kommt gut an, berichtet die KV. Besonders Männer nutzten das Angebot zur Fernbehandlung bisher. mehr »