Ärzte Zeitung, 15.01.2016

Entwicklungshilfe

Zahnklinik in Herat für bessere Versorgung

BRAUNSCHWEIG / HERAT. Im westafghanischen Herat hat das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now vor Kurzem eine Zahnklinik in Betrieb genommen. Diese stelle einen Meilenstein zur Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung in der Region dar.

In dem neuen Gesundheitszentrum sollen jährlich über 5000 Patienten behandelt werden. Außerdem unterstütze die Klinik die Ausbildung angehender Zahnärzte in Herat durch zehn Behandlungsplätze speziell für Übungen.

Weiter sollen 4000 Schulkinder im Jahr in Mundhygiene unterrichtet und mit einem "Dental-Hygiene-Paket" versorgt werden.

Bisher praktizieren laut Shelter Now in ganz Afghanistan 750 Zahnärzte, statistisch weniger als 0,5 für 10.000 Einwohner (Deutschland: 8). Vorsorgeprogramme fehlten weitgehend, so dass viele Menschen unter chronischen Schmerzen litten. "Die afghanische Regierung will die Anzahl der Zahnärzte binnen fünf Jahren verdoppeln", berichtet der deutsche Shelter Now-Direktor Udo Stolte.

Daher seien neben der zahnmedizinischen Fakultät in Kabul weitere in Herat und Kunduz mit je 120 Erstsemestern eingerichtet worden. Bei dem neuen Projekt kooperiert Shelter Now mit der Universität von Herat und mit den Provinzverwaltungen für Bildung und Öffentliche Gesundheit.

Finanziert werde das Projekt durch das finnische Hilfswerk FIDA, eine private Stiftung in Deutschland sowie weitere private Geldgeber. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schmerzloses Impfen per Pflaster

Forscher arbeiten an Impfpflastern, mit denen sich Vakzinen schmerzfrei applizieren lassen, ganz ohne Nadel. Die Pflaster haben viele Vorteile und könnten für höhere Impfraten sorgen. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »