Ärzte Zeitung, 10.02.2016
 

Neugeborene

Hamburg gut bei Versorgung

Frühgeborene und kranke Neugeborene werden in Hamburg besser versorgt als im Bundesdurchschnitt. Dies zeigt der Hamburger Krankenhausspiegel.

Von Dirk Schnack

HAMBURG. Der Hamburger Krankenhausspiegel hat seine Qualitätsergebnisse auf die Geburtszentren in der Neonatologie ausgedehnt. Daraus geht hervor: 3160 Babys wurden 2014 in Hamburg neonatologisch behandelt (bundesweit 100.000), dies waren 14 Prozent aller Neugeborenen in der Hansestadt.

Für die Hochrisiko- und Frühgeburten gibt es sieben Geburtskliniken im Stadtstaat. Die Gesamtsterblichkeit aller Neugeborenen, die als Risikogeburt in Hamburg zur Welt kamen, liegt mit 0,82 Prozent zwar leicht über Bundesdurchschnitt (0,75). Dies führt die Hamburgische Krankenhausgesellschaft (HKG) aber auf den hohen Anteil der extrem hohen Risiken zurück.

Nach HKG-Angaben kommen Frauen aus ganz Norddeutschland, bei denen eine äußerst schwierige Risikogeburt mit geringen Überlebenschancen zu erwarten ist, nach Hamburg. Für die Spezialisierung der Perinatalzentren führt die HKG unter anderem die geringere Sterblichkeit sehr kleiner Frühgeborener unter 1500 Gramm Geburtsgewicht an. Von ihnen überleben in den Hamburger Einrichtungen 96,38 Prozent, bundesweit 95,94 Prozent.

Auch bei der Vermeidung von Komplikationen und schweren Erkrankungen bei Frühgeborenen weisen die Hamburger Zentren bessere Ergebnisse auf. In Hamburg erleiden 2,35 Prozent aller sehr kleinen Frühgeborenen schwere Hirnblutungen, bundesweit 4,25 Prozent. Die frühzeitig schwer zu erkennende Schädigung der weißen Hirnsubstanz kommt bei den sehr kleinen Frühgeborenen in 0,82 Prozent aller Fälle vor, bundesweit doppelt so oft.

Zu schweren chronischen Lungenschäden kommt es bei dieser Patientengruppe in Hamburg in 4,9 Prozent der Fälle, bundesweit 7,3 Prozent. Seltener als im Bundesdurchschnitt kommt es auch zu Erkrankungen der Netzhaut und zu Luftansammlungen im Brustfell bei beatmeten Frühgeborenen. Auf Niveau des Bundesdurchschnitts liegt Hamburg dagegen bei Infektionen.

Neben der neuen Rubrik bietet der Krankenhausspiegel aktualisierte Daten für 15 weitere Behandlungsbiete sowie Ergebnisse aus Patientenbefragungen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »