Ärzte Zeitung, 21.09.2016

Hamburg

Anreize sollen Klinikkonzentration schmackhaft machen

Asklepios und Helios sollen sich in Hamburg arrangieren, um die stationäre Versorgung zu optimieren.

HAMBURG. Im Hamburger Süden sollen zwei private Klinikträger ihre stationären Angebote konzentrieren und aufeinander abstimmen. Derzeit halten die benachbarten Kliniken in Harburg jeweils eine Geburtshilfe wie auch eine Not- und Unfallversorgung vor.

Die Asklepios Klinik Harburg soll künftig zugunsten der Mariahilf Klinik des Konkurrenten Helios auf ihre Gynäkologie und Geburtshilfe verzichten. Helios soll im Gegenzug die internistische und chirurgische Notfallversorgung aufgeben.

Erleichtert werden soll ihnen der Schritt durch Mittel aus dem Strukturfonds und eine in Aussicht gestellte Portalpraxis.

Tipp von Gesundheitsbehörde

Die Anregung hierzu kommt aus der Hamburger Gesundheitsbehörde. "Die Krankenhäuser können sich damit noch besser auf das konzentrieren, was sie am besten können", sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). In einer Mitteilung wirbt ihre Behörde damit, dass die Konzentration die Versorgung "noch besser und sicherer machen" soll.

Beide Häuser bekamen in bereits geführten Gesprächen Entscheidungshilfen: Mariahilf, wo im vergangenen Jahr 904 Kinder geboren wurden, könnte mittelfristig eine Geburtshilfe mit Level eins werden. Dieses Ziel würde deutlich näher rücken, wenn Asklepios (363 Geburten) seine Abteilung aufgibt und ein Großteil der bislang dort vorgenommenen Entbindungen künftig auf Helios entfällt.

Portalpraxiskonzept für Asklepios?

Asklepios wiederum darf auf eine Portalpraxis hoffen, damit keine Bagatellfälle mehr die Notaufnahme überlasten. Auch eine kinderärztliche Sprechstunde am Mariahilf soll die Überlastung vermeiden helfen. Damit die Häuser die Umbauten finanzieren können, will die Gesundheitsbehörde einen Antrag auf Förderung aus dem Krankenhaus-Strukturfonds des Bundes stellen.

Ob die Pläne aus der Behörde umgesetzt werden, hängt nicht allein von den Klinikträgern ab. Der Landesausschuss für Krankenhaus- und Investitionsplanung hat noch keine Entscheidung getroffen, und über die von der Behörde angedachten "innovativen Angebote der vertragsärztlichen Versorgung" etwa durch eine Portalpraxis hat die KV zu entscheiden.

Asklepios hat 669 Planbetten und 18 teilstationäre Behandlungsplätze in der Somatik sowie 199 Betten und 110 teilstationäre Behandlungsplätze in der Psychiatrie und Psychotherapie. Helios hat 168 Planbetten in der Somatik. (di)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »