Ärzte Zeitung, 11.10.2016

Saarland

Fördermittel für Kliniken viel zu gering

Die Krankenhausgesellschaft im Saarland kritisiert zu geringe Landesinvestitionen, die Zahlungsmoral der Krankenkassen – und fordert zur Entlastung zusätzliche Pflegekräfte für die Kliniken.

SAARBRÜCKEN. Im Saarland hat die Krankenhausgesellschaft die Landesregierung aufgefordert, ihre Investitionsförderung für die Kliniken deutlich aufzustocken.

Experten hätten einen jährlichen Bedarf im Saarland von 80 Millionen Euro errechnet. Tatsächlich habe das Land aber nur 28,5 Millionen Euro für die Investitionsförderung in den Haushalt eingestellt.

"Geld darf keine Rolle spielen, wenn Menschen auf eine Krankenhausbehandlung angewiesen sind", sagte die stellvertretende Vorsitzende der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG), Dr. Susann Breßlein.

Im Ländervergleich der Krankenhausfördermittel pro Einwohner liegt das Saarland im Jahr 2015 mit 28,82 Euro auf dem viertletzten Platz.

Den Kliniken an der Saar macht außerdem die Zahlungsmoral der Krankenkassen zu schaffen. Die SKG erklärte, den Krankenhäusern wäre schon spürbar geholfen, wenn die Kassen die Behandlungen auch zeitnah bezahlen würden. Allein für das erste Quartal dieses Jahres beliefen sich die Außenstände der Kassen auf mehr als 42 Millionen Euro.

Auch die Pflege in der Klinik ist Thema: Der Zusammenschluss der 21 Krankenhäuser im Saarland macht sich dafür stark, dass die Krankenkassen die Einstellung zusätzlicher Pflegekräfte finanzieren. Der Verband schlägt darüber hinaus den Einsatz von Betreuungskräften und Springern – ähnlich wie in Altenheimen – auch in Krankenhäusern vor, um das Pflegepersonal zu entlasten.

Auch der Sozialverband VdK im Saarland forderte "ein Ende der Personalnot" in den Krankenhäusern. "Die Zahl der Ärzte ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, die des Pflegepersonals hingegen nur geringfügig", erklärte der saarländische VdK-Vorsitzende Armin Lang.

Er verwies zudem auf die steigende Arbeitsbelastung. "Die Pflegekräfte müssen in immer kürzeren Zeiten immer mehr Patienten versorgen", so Lang. Hinzu komme, dass älter werdende Belegschaften immer älter werdende Patienten versorgen müssten. (kin)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchesters bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »