Ärzte Zeitung, 17.01.2017
 

Asklepios

Bericht legt Ergebnisqualität 2015 offen

Qualitätsberichte sollen Ärzten und Patienten die Auswahl der geeigneten Kliniken für eine Behandlung erleichtern. Der aktuelle Qualitätsbericht von Asklepios belegt, dass damit nicht alle Aspekte des Behandlungsgeschehens einer Klinik abgedeckt werden.

Von Dirk Schnack

Bericht legt Ergebnisqualität 2015 offen

Gute Op? Qualitätsindikatoren sollen Klarheit bringen.

© Kzenon / Fotolia.com

HAMBURG. Asklepios macht derzeit von sich reden wie kaum ein zweiter Klinikkonzern in Deutschland. Häufig steht das Unternehmen in der Kritik – zuletzt Ende vergangenen Jahres durch die "Spiegel"-Titelgeschichte über die "Innenansicht eines Klinik-Konzerns".

Kaum wahrgenommen wurde dagegen der jüngste Bericht zur medizinischen Ergebnisqualität, den Asklepios seit einigen Jahren jährlich für seine Häuser publiziert. Der auf den Daten von 2015 beruhende Bericht wurde nun erstmals als Online-Version mit auch für Patienten verständlichen Grafiken und Videos präsentiert.

Asklepios arbeitet konzernintern mit einem Auswertungstool, um schon unterjährig Qualitäts- und Abrechnungsdaten zu analysieren. Zum Teil monatlich werden die Daten vom Konzernbereich Qualität ausgewertet und an die jeweiligen Fachabteilungen zurückgespiegelt. Die sollen bei Bedarf zügig mit Prozessverbesserungen reagieren und erforderliche Veränderungen einleiten.

Herausforderung für den Konzern

Bis hinunter zum Einzelfall werden Indikationsstellung und aufgetretene Komplikationen untersucht. Als Herausforderung versteht es der Konzern, aus den zahlreichen verschiedenen Indikatoren eine Aussage abzuleiten und zu einer Gesamteinschätzung zusammenzuführen.

Im Qualitätsbericht werden auch Beispiele genannt, wo Asklepios über die geforderten gesetzlichen Vorschriften hinausgeht. Ein Beispiel ist die neurologische Früh-Reha: Vorhandene Qualitätssicherungsverfahren werden nicht bundesweit angewendet. Für die Hamburger Kliniken des Konzerns ist etwa die Patientenbefragung zur Zufriedenheit mit Aufklärung und Narkose aber verpflichtend. Weil konzernweit der gleiche Anspruch erhoben wird, beteiligen sich Konzernkliniken aus anderen Bundesländern an dem Qualitätssicherungsverfahren.

Im Schnitt 72 Jahre alt

Für die Hamburger Kliniken wurden Daten von 818 Reha-Patienten ausgewertet mit einem Durchschnittsalter von 72 Jahren. Sie wurden im Median 34 Tage lang behandelt. Der mediane Früh-Reha-Barthel-Index verbesserte sich in diesem Zeitraum von minus 40 bei der Aufnahme auf plus 25 bei der Entlassung. Ein detaillierter Blick auf die Ergebnisse zeigt zum Teil große Unterschiede bei einzelnen Qualitätsindikatoren, zum Teil auch zwischen den Einrichtungen. "Dies ermöglicht eine Verbesserung der Behandlungsqualität durch Analyse der best practice", heißt es im Bericht.

Inzwischen hat die Initiative des Konzerns auf diesem Gebiet auch andere Klinikträger auf den Plan gerufen: 2017 kommt es in der Hansestadt zum trägerübergreifenden Qualitätssicherungsprojekt "Neurologisch-neurochirurgische Früh-Rehabilitation", an dem sich acht Kliniken aus der Hansestadt beteiligen werden. Sie können Daten von voraussichtlich rund 1300 Patienten jährlich einfließen lassen und damit die Aussagekraft der Ergebnisse deutlich erhöhen.

1300 Kennzahlen werden im Asklepios Qualitätsmonitor abgebildet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »