Ärzte Zeitung online, 15.03.2017

Pädophilie

Therapieangebot in Hannover stark nachgefragt

HANNOVER. Fünf Jahre nach dem Start einer Ambulanz für pädophile Männer in Hannover ist das Interesse an dem Hilfsangebot ungebrochen hoch. Insgesamt hätten seit 2012 fast 1300 Männer Kontakt aufgenommen, teilte die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) am Dienstag mit. Davon stammten 750 aus der Zielgruppe des Präventionsnetzwerkes "Kein Täter werden": Die Betroffenen müssen im Hinblick auf ihre pädophilen Neigungen ein Problembewusstsein haben und ohne gerichtlichen Druck therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Behandelt wurden bisher fast 250 Patienten. "Die weiterhin hohe Anzahl an Kontaktaufnahmen bestätigt die Notwendigkeit des Therapieangebots", sagte der Leiter der Ambulanz, Uwe Hartmann.

Ziel des Projektes ist es, Straftaten gegenüber Kindern wie sexuelle Übergriffe oder den Konsum von Kinderpornografie zu verhindern. Mit Psychotherapie und teilweise auch mit Medikamenten sollen die Männer dazu gebracht werden, ihre Neigung zu kontrollieren. Das Therapieangebot ist anonym, kostenlos und unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht. Untersuchungen zufolge gibt es bundesweit 250.000 Menschen mit einer "pädophilen Präferenzstörung".(dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

Doktor THC und Mister Cannabidiol

Cannabis steht im Verdacht, Psychosen durch den Wirkstoff THC auszulösen. Die Pflanze enthält aber auch antipsychotische Substanzen, die die Hirnfunktion in kritischen Bereichen normalisiert. mehr »