Ärzte Zeitung online, 08.08.2019

Kinderklinik in Sankt Augustin

Keine Lücken bei Versorgung zu erwarten?

Das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen prüft Sicherstellungszuschlag für die Kinderklinik in Sankt Augustin.

KÖLN. Sollten die Asklepios-Kliniken die Kinderklinik in Sankt Augustin schließen, steht in der näheren Umgebung eine Reihe von Kliniken bereit, die in die Bresche springen könnten. Das zeigt die Antwort des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums (MAGS) auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Horst Becker.

Ob das Krankenhaus für die Versorgung notwendig ist, werde aber erst geprüft, wenn die Schließung feststeht, stellt das Ministerium klar. Die sehr spezialisierten herzchirurgischen Leistungen könnten bei einer Schließung von den Unikliniken Bonn und Köln übernommen werden, so das MAGS.

„Darüber hinaus stehen in Nordrhein-Westfalen für diese hochkomplexen Behandlungen weitere Einrichtungen zur Verfügung.“

Acht Ärzte haben in Klinik ambulant gearbeitet

In der Kinderklinik haben zurzeit acht Ärzte die Ermächtigung zur Erbringung ambulanter Leistungen. Sie entfallen automatisch, wenn die Klinik geschlossen wird. Auch diese Leistungen müssen an anderen Klinikstandorten erbracht werden, erläutert das Ministerium.

Welche das sein werden, könne noch nicht gesagt werden. Die ortsnahe vertragsärztliche Versorgung der Kinder- und Jugendlichen im Rhein-Sieg-Kreis sei mit einem Versorgungsgrad von 157 Prozent sichergestellt.

Durch ein neues Herz- und Eltern-Kind-Zentrum an der Uniklinik Bonn sieht sich die Kinderklinik in ihrer Existenz bedroht, nicht zuletzt, weil Ärzte und Pflegepersonal in nennenswerter Zahl von Sankt Augustin nach Bonn wechseln.

Mittel aus Strukturfonds beantragt

Asklepios hat Mittel aus dem Strukturfonds des Landes zur Schließung des Hauses – oder zumindest der Kinderherzchirurgie und der Kinderkardiologie – beantragt. Bis zu einer Entscheidung wird noch einige Zeit vergehen, kündigte das Ministerium an.

Schließlich handele es sich um ein mehrstufiges Verfahren, bis Ende März 2020 können Krankenhausträger Mittel aus dem Fonds beantragen. Zurzeit prüft das Ministerium den von Asklepios beantragten Sicherstellungszuschlag. (iss)

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