Ärzte Zeitung online, 29.08.2013

Intelligente Implantate

VDE sieht Defizite in der Förderung

Wird die Entwicklung intelligenter Implantate in Deutschland ausreichend gefördert? Eine aktuelle Studie des VDE konstatiert Verbesserungsbedarf.

FRANKFURT/MAIN. Deutschland ist mit seinen technologieorientierten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) als Standort für die Entwicklung von Hightech-Implantaten gut aufgestellt.

Aber der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) befürchtet, dass die Innovationsdynamik bei Medizintechnikentwicklungen der höchsten Risikoklassen abnehmen wird und Deutschland seinen gegenwärtigen Standortvorteil nur unzureichend nutzt.

Das geht aus einer aktuellen VDE-Studie zu den Innovationsbedingungen für intelligente Implantate hervor.

Die Rahmenbedingungen für Zulassung und Erstattung erschwerten den Zugang zum Markt, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. Kleinere Unternehmen seien in den seltensten Fällen in der Lage, ein Intelligentes Implantat aus eigener Kraft zu entwickeln, zuzulassen und in den geregelten Markt zu überführen.

Die Autoren der Studie schlagen daher vor, die technologieorientierte Verbundprojektförderung des Bundesforschungsministeriums fortzusetzen und längere Förderzeiträume zu ermöglichen.

Darüber hinaus sollte geprüft werden, inwieweit klinische Forschung und Entwicklung auch bei Zulassungs- und Erstattungsfragen durch öffentliche Förderprogramme unterstützt werden könnten.

Temporäre Erstattung durch die GKV zur Nutzenbewertung neuer Implantate?

Weiterhin empfiehlt der VDE, Modelle der temporären Erstattung für Sprunginnovationen wie Intelligente Implantate zu entwickeln, um auf diesem Wege deren Nutzen zu untersuchen.

Schließlich sollten alle relevanten Institutionen im Kontext von Zulassung und Erstattung ihre Arbeitsweise noch stärker am Servicegedanken ausrichten, um Informationsdefizite und administrativen Aufwand dauerhaft zu verringern sowie realistische und verbindliche Bearbeitungszeiträume zu gewährleisten.

Intelligente Implantate unterstützen die Funktion von Sinnesorganen, helfen bei der Behandlung akuter und chronischer Krankheiten, dienen als "künstliche Ersatzteile" und ermöglichen neue Diagnosemethoden.

Entsprechend groß sei das damit verbundene medizinische und ökonomische Potenzial, heißt es in der Mitteilung des VDE. (ger)

Die Studie im Internet: www.vde.com/infocenter

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Rätselhafter Demenz-Rückgang

Eine US-Studie deutet erneut auf eine fallende Demenz-Inzidenz, und zwar besonders in Geburtsjahrgängen ab 1925. Wisssenschaftliche Erklärungen für die Beobachtung fallen schwer. mehr »

Immuntherapie gewinnt an Stellenwert in der MS-Therapie

Die Therapieoptionen bei Multipler Sklerose (MS) haben sich erweitert. Neue Substanzen werden daher auch in die aktualisierten Leitlinien Einzug halten. mehr »

Polarisierung – Chance für das Parlament

Gesundheitspolitik in Zeiten der großen Koalition – das stand für die fehlende Konkurrenz der Ideen. Der Souverän hat die Polarisierung gewollt. Das ist eine Chance für die Demokratie. mehr »