Ärzte Zeitung online, 09.10.2019

Kommentar zu Medizinprodukten

Verunsicherte Branche

Die EU-Verordnung zu Medizinprodukten, die 2020 scharf geschaltet wird, verunsichert die Med-Tech-Branche. Wirtschaftlich sieht es noch bestens aus.

Von Wolfgang van den Bergh

Dafür brauchte man keine hellseherischen Fähigkeiten, um das Ergebnis vorauszuahnen: Die Stimmung in der Medizintechnik-Branche ist angespannt.

vdb

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Okay, die Unternehmen verzeichnen zwar im Inland immer noch ein Umsatzplus von 3,3 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert deutlich zurückgegangen. Da betrug das Plus noch 4,5 Prozent. Positiv hingegen sehen die Zahlen für den Export aus – trotz schwelender Handelskonflikte und schwächelnden Welthandels. Hier erwarten die Unternehmen ein Wachstum von knapp sechs Prozent.

Für die dennoch durchwachsene Stimmung ist der Schuldige schnell gefunden: die Politik. Dabei schielt die Branche nach Brüssel, weil die Umsetzung der EU-Verordnung zu Medizinprodukten (MDR), im Jahre 2017 beschlossen, im Mai 2020 auch in Deutschland gelten soll.

Und die ist alles andere als eine Erfolgsstory. Weil es europaweit nicht genügend „Benannte Stellen“ gibt, die die Zulassung nach neuem Recht vorsehen, drohen Engpässe, selbst bei simplen Medizinprodukten, die schon viele Jahre auf dem Markt sind. Flankiert wird das Ganze durch ein Medizinprodukte-Anpassungsgesetz-EU, in dem Herr Spahn die Verantwortlichkeiten neu regeln will. All das verunsichert eine erfolgsverwöhnte Branche...

Lesen Sie dazu auch:
Medizintechnik: Medizinprodukte-Verordnung lässt Hersteller bangen

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