Ärzte Zeitung, 15.10.2015

Medizintechnik

Hoher Zuwachs bei chinesischen Patenten

Das Europäische Patentamt verzeichnet eine verstärkte Aktivität chinesischer Medizintechnikanbieter.

MÜNCHEN / PEKING.Die Patentanmeldungen chinesischer Medizintechnikanbieter beim Europäischen Patentamt (EPA) in München verzeichneten im Zeitraum 2005 bis 2014 eine jährliche Wachstumsrate von 23,5 Prozent - bezogen auf die übrigen Staaten war in der Dekade ein jährlicher Anstieg um 4,4 Prozent zu verzeichnen.

Das zeigen Statistiken, die das EPA anlässlich der 30-jährigen Zusammenarbeit mit dem staatlichen Amt für geistiges Eigentum der Volksrepublik China (SIPO) in Peking veröffentlicht hat.

Wie Pressesprecher Rainer Osterwalder auf Nachfrage der "Ärzte Zeitung" erläutert, lässt sich mit dieser Zahl aber nicht unbedingt der Stand der Patentanmeldungen im Bereich Medizintechnik vollumfänglich abbilden.

Denn je nach Logik und Systematik einer Erfindung könne zum Beispiel ein innovatives Display eines medizinischen Diagnostikgerätes dem Sektor Digitale Kommunikation zugeordnet werden, obwohl es seine Anwendung im medizintechnischen Bereich finde.

Wie Osterwalder weiter betont, liege der Fokus der chinesischen Patentanmelder beim EPA in erster Linie auf der Digitalen Kommunikation mit 32,1 Prozent.

Die Medizintechnikpatente kämen hier gerade einmal auf einen Anteil von 2,6 Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil der Medizintechnikpatente über alle restlichen Staaten gemittelt, kommt laut EPA-Statistik auf 7,5 Prozent.

Die chinabezogenen Zahlen spiegeln dennoch den Trend wieder, den das Reich der Mitte vor wenigen Monaten vorgegeben hat.

Neuer Masterplan "Made in China 2025"

China will künftig zum Beispiel stärker am Marktgeschehen im innovativen - und damit patentrelevanten - Segment der Medizinroboter teilhaben. Um seine Industrie umfassend aufzuwerten, setzt Peking auf den Masterplan "Made in China 2025".

Platzhirsch bei den Patentanmeldungen chinesischer Unternehmen beim EPA war 2014 der auf Kommunikationstechnik spezialisierte Konzern Huawei.

Dieser hatte erst vor Kurzem für Aufsehen in der Healthcare-Szene gesorgt, da er nach eigenen Angaben mit der Universitätsklinik Groningen eine erweiterte Kooperationsvereinbarung unterzeichnet hat und damit die Zusammenarbeit im Bereich intelligentes Gesundheitswesen (Smart Healthcare) vertieft.

Zusammen mit der Stadt Groningen sollen einer trilateralen Absichtserklärung folgend gemeinsam Smart City-Konzepte ausgearbeitet werden.

Platz 20 der chinesischen Patentanmelder beim EPA teilten sich 2014 Baoshan Iron & Steel, Spreadtrum Communications und Wonderland Nursery Goods - mit jeweils 15 Patentanmeldungen. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »

Die Therapiekünste eines Kung-Fu-Meisters

Ein Kampfsportler stößt mit seinem Gesundheitskonzept bei Medizinern auf Interesse. Ein Arzt ist sogar geneigt, von einem Wunder nach der Therapie durch Chu Tan Cuong zu sprechen. mehr »