Ärzte Zeitung online, 14.02.2017

Äthiopien

Industriepark für Pharma und Medizintechnik

ADDIS ABEBA. Äthiopien will binnen der nächsten zwei Jahre einen Industriepark für Pharmaunternehmen und Medizintechnikhersteller etablieren. Wie die deutsche Außenhandelskammer Germany Trade & Invest (gtai) mitteilt, soll die inländische Pharmaindustrie durch diese Maßnahme gestärkt, ausländische Unternehmen sollen angesiedelt und die Abhängigkeit von Importen vermindert werden.

Nach Einschätzung des äthiopischen Industrieministeriums würden derzeit bis zu 85 Prozent der im Land benötigten Arzneimittel und medizinischen Ausrüstung importiert. Von den mehr als 380 medizinischen Produkten, die auf der von der äthiopischen Food, Medicine and Healthcare Administration and Control AUTHORity mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation erstellten National Essential Medicines List stehen, könnten lokal nur etwa 90 hergestellt werden.

Laut gtai berufen sich die Ethiopian Investment Commission und das Industrieministerium auf die positiven Erfahrungen, die China, Indien, Südkorea und Singapur mit pharmazeutischen Industrieparks gesammelt hätten. China und Indien seien so zu den größten Lieferanten von Generika aufgestiegen, heißt es. Mit den richtigen Steuernachlässen könnten ausländische Hersteller dazu bewegt werden, in dem neuen Park zu investieren, während inländische Unternehmen ihre Produktion ausweiten könnten, so die Erwartung der Äthiopier. (maw)

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