Ärzte Zeitung, 17.10.2017
 

Crowdfunding

Start-up sammelt 100.000 Euro für kompakten Defibrillator ein

Ein Mini-Defibrillator für Ersthelfer bekommt per Crowdfunding im Internet binnen kurzer Zeit eine beachtliche Summe Geld zusammen.

Von Marco Hübner

NEU-ISENBURG.100.000 Euro in zwei Tagen: Das österreichische MedTech-Start-up Liimtec hat das erste Finanzierungsziel für seinen PocketDefi genannten Mini-Defibrillator erreicht.

Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo haben sich 200 Unterstützer gefunden, die mit ihrer Bestellung die medizinische Zulassung für den mobilen Defibrillator nun weiter vorantreiben, meldet das Unternehmen. Die nächsten Meilensteine hat der Entwickler bereits im Blick.

Das Besondere am PocketDefi ist im Vergleich zu seinen Wettbewerbern nach Firmenangaben seine Größe und sein Gewicht: Der PocketDefi sei mit 5 mal 8 mal 10 Zentimetern und einem Gewicht von 400 Gramm derzeitig der kompakteste seiner Art.

Zusätzlich soll er mehr Funktionen bieten als klassische Geräte. So lasse sich der Mini-Defibrillator mit dem Smartphone verbinden, eine eigene mobile Anwendung liefere hilfreiche Tipps zur Wiederbelebung und eine Sprachausgabe erkläre beispielsweise die Handhabung.

"Die erste und wichtigste Hürde ist genommen", sagt Erfinder Jasper Ettema von der Firma Liimtec. Mit Erreichen der weiteren Finanzierungsziele soll der PocketDefi mit zusätzlichen Features ausgestattet werden. Als nächsten Schritt kündigt Ettema mit Überschreiten der 250.000 Euro-Grenze die Erweiterung der Sprachen in den Anleitungen an.

Bei 350.000 Euro stehe die Entwicklung des sogenannten Proximity Alerts auf dem Programm. Damit können Nutzer im Falle eines Notfalls geortet und kontaktiert werden, heißt es. Weitere Meilensteine sollen folgen.

Am Montag zählte das Projekt auf der Crowdfunding-Plattform im Internet insgesamt 336 Unterstützer und das erreichte Finanzierungsvolumen von rund 165.000 Euro. Noch bis zum 3. November können Unterstützer den Defibrillator auf der Online-Plattform ordern und das Projekt vorantreiben.

Hinzu kommt die Möglichkeit, die Erfinder mit einer Spende ab fünf Euro zu unterstützen. Ab Dezember 2018 soll das Gerät dann nach derzeitigem Plan an die ersten Besteller ausgeliefert werden.

Das Start-up richtet sich mit seinem Produkt nach eigenen Angaben an Ersthelfer. Ob Arzt, Sanitäter, Bergretter oder Angehörige von Risikopatienten: Jede Einzelperson soll sich den kleinen Helfer leisten und einfach einsetzen können, heißt es. Auf der Online-Plattform schlägt der PocketDefi derzeitig mit einem Preis von 499 Euro zu Buche.

Weitere Infos unter www.liimtec.at/das-ist-pocketdefi

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