Ärzte Zeitung online, 23.11.2018

Alle Organe und Prozesse sichtbar

Neuer 3D-Scanner vermisst den ganzen Körper

US-Forscher haben nach eigenen Angaben den weltweit ersten Ganzkörper-3D-Scanner entwickelt, der Prozesse in allen Organen und Geweben zugleich sichtbar machen soll.

Auf Youtube zeigen die Wissenschaftler, wie der neuartige3D-Scanner arbeiten soll. © Screenshot Youtube

DAVIS. Ein neuartiger medizinische Scanner mit dem Namen „Explorer“ kann künftig offenbar innerhalb von einer Sekunde ein Ganzkörper-Bild in 3D erstellen. Das teilten die Forscher um Simon Cherry und Ramsey Badawi von der University of California in Davis mit. Erste Scans habe er bereits produziert, vor einem Einsatz im Klinikalltag sei allerdings noch viel Entwicklungsarbeit nötig.

Der Scanner soll einmal Filme erstellen, die zum Beispiel zeigen, wie speziell markierte Medikamente durch den Körper wandern. Mit ihm werde sich die Stärke des Blutflusses messen und etwa im gesamten Körper zeigen lassen, wie Glukose aufgenommen werde. Die Forscher möchten damit auch möglichst sehen, wo Krebs gestreut hat, und auch Entzündungen oder Infektionen nachspüren.

Das Team arbeitete seit rund 13 Jahren an dem Projekt, das von mehreren wissenschaftlichen Einrichtungen in den USA finanziert wurde. Die Technologie könne beispielsweise auch Diagnosen verbessern. „Ich hatte mir seit Jahren vorgestellt, wie die Bilder aussehen würden, aber nichts hatte mich auf die unglaublichen Details vorbereitet, die wir auf dem ersten Scan sehen konnten“, sagte Wissenschaftler Cherry.

PET und CT kombiniert

Der Scanner beruht auf einer Kombination aus zwei bekannten, verbesserten Verfahren: Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), die Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar macht, und die Computertomographie, die mittesl Röntgenstrahlen Bilder erzeugt. Der Vorteil der Kombination: Der PET-Scan erfolg 40-Mal schneller und de gesamte Körper wird in weniger als 20 bis 30 Sekunden dreidimensional durchleuchte, wie die Wissenschaftler berichten. Außerdem könnten Aufnahmen mit einer deutlich geringeren Strahlendosis gemacht werden, was ebenfalls neue Untersuchungsoptionen eröffne.

Die Forscher wollen ihr Gerät nun auf dem Treffen der Radiological Society of North America vorstellen, das am Sonntag in Chicago beginnt. Sie hoffen, dass sie mit dem ersten Gerät im Juni 2019 Patienten in Forschungsprojekten vermessen können. Gerade planen sie nach eigenen Angaben erste Studien, die die Fähigkeiten des Geräts demonstrieren sollen. (dpa)

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