Ärzte Zeitung, 04.09.2013
 

Schleswig-Holstein

Ärztegenossen wollen Netzen helfen

Genossenschaft im Norden will Praxisnetze mit einem Dienstleistungspaket fit für die Netzförderung machen.

BAD SEGEBERG. Praxisnetze im Norden werden voraussichtlich frühestens im kommenden Jahr die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllen. Die Ärztegenossenschaft Nord bietet Netzen nun ein Dienstleistungspaket an, das sie bei der Erfüllung der Kriterien unterstützt.

Wie berichtet hatte die KV Schleswig-Holstein als erste KV bundesweit im Juli eine Richtlinie zur Förderung von Praxisnetzen verabschiedet, kurz nachdem der Gesetzgeber diese finanzielle Förderung ermöglicht hatte. Wann das erste Netz eine Förderung bekommen wird, steht derzeit jedoch in den Sternen.

Offizielle Anträge liegen nach Auskunft der KV noch keine vor. Wohl aus gutem Grund, denn die Kriterien - hierzu zählen etwa eine professionelle Geschäftsführung, der flächendeckende Einsatz von KV SafeNet und die Etablierung von Behandlungspfaden - erfüllt derzeit wahrscheinlich kein Netz in Schleswig-Holstein. Die Ärztegenossenschaft Nord erwartet auch nicht, dass dies in diesem Jahr noch einem Netz gelingen wird.

Damit die Verbünde das Ziel schneller erreichen, hat die Genossenschaft nun für Netze in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern ein Dienstleistungspaket geschnürt. Die Ärztegenossenschaft verweist in diesem Zusammenhang auf ihre Erfahrungen mit Dienstleistungen für Praxisnetze.

Für einige Verbünde fungiert die Organisation bereits als Geschäftsführer. Netze können sich bei den Genossen gezielt die Module einkaufen, die sie für die Umsetzung der geforderten Kriterien benötigen.

So können dem Netz etwa Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden, die bei der Arbeit in der Netz-Geschäftsstelle unterstützen. Möglich sind aber auch Module zum Datenschutz, zu Behandlungspfaden, zur Geschäftsführung, zum Arzneimittelcheck, zum Marketing und zur Öffentlichkeitsarbeit und zu Produkten wie etwa Datenbankverwaltung oder Versicherungen. Die Kosten richten sich nach dem Umfang der Leistungen.

"Unser Ziel ist es, den für die Übernahme von Versorgungsverantwortung in den Praxisnetzen erforderlichen Strukturwandel zu forcieren", sagte der Vorsitzende der Genossenschaft, Dr. Klaus Bittmann, zu dem neuen Angebot. (di)

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